Göbel sauer über Brief

In der beratenden Sitzung zum Haushalt 2009 strich der Gräfelfinger Finanzausschuss unter anderem auch einen Zuschuss für das Projekt „Tanz und Schule“. Zwei Tage später entfachte ein Brief der Rektorin der Lochhamer Volkschule im Kultur-/Schulausschuss erneut die Diskussion um das in diesem Schuljahr bereits begonnene Tanzprojekt. Die Schulleitung ging fälschlicherweise davon aus, dass eine Förderung seitens der Gemeinde bereits beschlossene Sache sei.

Immerhin hatte der dafür zuständige Ausschuss seine Empfehlung an den Finanzausschuss ausgesprochen. Entgegen der Absicht das Projekt mit der Hälfte der Kosten zu fördern, sprich 3.000 Euro pro Grundschule, wurde der Ansatz für 2009 auf Null gesetzt. Grundsätzlich stellte der Rat anfänglich auch nicht das Schulprojekt in Frage, sondern kippte die Finanzierung im Zuge der Haushaltsstreichungen. Was einigen Räten allerdings missfiel, wie sich im Laufe der Diskussion herausstellte, dass das Angebot nicht ergänzend sondern anstelle des Sportunterrichts stattfindet. „Das haben wir nicht gewusst“, monierten einige Räte. Besonders verärgert war Bürgermeister Christoph Göbel jedoch über ein Schreiben der neuen Rektorin Monika Weigert, die von einer mündlichen Zusage spricht, die jetzt nicht mehr eingehalten wird. Da mit der Einführung des Tanzprojektes das Projekt „Klasse 2000“, das ebenfalls von der Gemeinde gefördert wird, auslaufen soll, würde die Streichung des Tanzprojektes bedeuten „dass die Gemeinde über die Pflichtaufgaben hinaus keinerlei freiwillige Leistungen mehr für die Lochhamer Volkschule gewährt, dies finden wir sehr bedauerlich“, heißt es in dem Brief vom 1. Dezember. „Leider hat sich nicht ganz eruieren lassen, welche Summen die Gräfelfinger Grundschule für die Tanzprojekte erhalten hat und für ‘Klasse 2000’ bekommt. Wir hoffen doch, dass die Schulen gleich behandelt werden“, so die Schulleiterin“. Göbel empörte sich darüber, „dass die Schule die Frechheit besitzt mir so einen Brief zu schreiben“. Man merke, dass die Rektorin noch nicht lange da ist. „Bevor man einen Mist zu Papier bringt, sollte man seinen Denkprozess erst zu Ende bringen.“ Denn gerade die Gemeinde Gräfelfing sei bekannt für ihre Förderung von ergänzenden Schulprojekten. Warum das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung „Klasse 2000“ zugunsten einer Tanzstunde weggeschoben wird, ärgerte den Rathauschef besonders. Grundsätzlich hält Göbel das Tanzprojekt nicht für schlecht und ist auch bereit es zu finanzieren, weniger jedoch auf Kosten des Sportunterrichts. Die Argumentation der Rektorin ist für ihn jedoch mehr als ärgerlich. „Hier wird uns unterstellt, dass die beiden Grundschulen nicht gleich behandelt werden.“ Dies missfiel dem Rathauschef umso mehr, als er in der Sitzung erfuhr, dass das Tanzprojekt an der Grundschule Gräfelfing wegen Raumangel während der Bauphase überhaupt nicht stattfand. Katja Dittmar (CSU) erklärt den Unmut seitens Schule und Eltern damit, dass das Projekt aufgrund dieses Beschlusses wahrscheinlich vorzeitig beendet wird. Die meisten Eltern stimmten dem Projekt zur gesteigerten Wahrnehmung des Körpergefühls beim Tanz nur zu, da die Gemeinde sich an den Kosten beteiligen wollte. Derzeit bezahlen die Eltern pro Kind 25 Euro, so die CSU-Gemeinderätin. Müssten die Eltern den kompletten Beitrag für das Projekt übernehmen würden pro Kind 50 Euro fällig. Um letztlich das Projekt nicht zu gefährden, beschloss der Rat, aufgrund der besonderen Umständen, einen einmaligen Zuschuss von 3.000 Euro zu gewähren. Abgelehnt wurde der von Ralf Brandtner vorgeschlagene Zusatz, den Zuschuss nur unter der Voraussetzung zu gewähren, dass das Angebot außerhalb des Pflichtbetriebes stattfindet. Mit der Betonung auf einmaligen Zuschuss deutete Göbel bereits an, dass eine Förderung im kommenden Schuljahr fraglich ist.

Meistgelesen

B2-Tunnel Starnberg: Baufreigabe erteilt
B2-Tunnel Starnberg: Baufreigabe erteilt
Krailling: Fahrlässige Körperverletzung bei Verkehrsunfall
Krailling: Fahrlässige Körperverletzung bei Verkehrsunfall
Starnberg: Allerletzte Chance für notorischen Ohne-Führerschein-Fahrer
Starnberg: Allerletzte Chance für notorischen Ohne-Führerschein-Fahrer
Geflügelpest ist bayernweit rückläufig
Geflügelpest ist bayernweit rückläufig

Kommentare