Große Demo gegen Verkehrsbelastung in Ober- und Unterbrunn

Gute Nerven brauchten Autofahrer, die jüngst zwischen Unter- und Oberbrunn unterwegs waren. Sie brauchten bis zu einer Stunde für die rund zwei Kilometer. Grund: Die Dorfbewohner machten für die Realisierung einer Umfahrung mobil und brachten mit einem Fahrzeugkorso gewollt den Verkehr fast zum Erliegen.

Mit 50 Traktoren und Oldtimern pendelten die Ober- und Unterbrunner zwischen ihren Ortsteilen hin und her und erzeugten so in Null Komma Nix einen künstlichen kilometerlangen Stau. Währenddessen versammelte sich der Rest der rund 200 Demonstrationsteilnehmer um den Unterbrunner Maibaum und protestierte mit Transparenten gegen die zunehmende Verkehrsbelastung in den Dörfern. Laut einer aktuellen Zählung rauschen im Schnitt täglich 13.000 Fahrzeuge durch die beiden Ortsteile. Längst unzumutbar finden die Dorfbewohner: In Oberbrunn kommen sie nicht mehr aus ihren Grundstücken aufgrund des zunehmenden Transitverkehrs – in Unterbrunn wird es vor allem für Kinder immer schwieriger zur Schulbus-Haltestelle zu kommen. Im Zuge der Demo wurden auch innerhalb kürzester Zeit 400 Unterschriften für die „Umgehung jetzt“ gesammelt - ein voller Erfolg für die erst vor kurzem gegründete Bürgerinitiative „Umgehung jetzt“. Hintergrund der Aktion: Seit Jahren und Jahrzehnten wird den unter starkem Durchgangsverkehr leidenden beiden Ortsteilen eine Umfahrung versprochen. Passiert ist allerdings bisher nichts – obwohl die Trassenplanung bereits abgeschlossen ist. Um im Vorfeld der möglicherweise entscheidenden Gemeinderatssitzung am 19. Mai ein Zeichen zu setzen – an diesem Abend steht die Grundsatzentscheidung an, ob die neue Straße im Westen realisiert wird – hatte die Bürgerinitiative kurzerhand die Protestaktion organisiert. „Wir möchten für die Umfahrung werben“, so die Initiatoren. Die kommunale Sonderlast im Rahmen des Konjunkturpaketes II bietet nun für kurze Zeit die einmalige Chance, das lang ersehnte Projekt mit 80 Prozent Bezuschussung zu realisieren. Nach der Grundsatzentscheidung der Gautinger Kommunalpolitiker könne mit dem Bau der rund 11,3 Millionen Euro teuren Trasse sofort begonnen werden.

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