Grünen Wählen Landtagskandidation

Statt Franke geht Neubauer ins Rennen

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Neubauer rein, die FDP raus und endlich die CSU-Herrschaft beenden. Die Kreis-Grünen schicken Martina Neubauer ins Rennen um einen Platz im Landtag. Blumen gab’s vom Mit-Vorsitzenden Bernd Pfitzner.

Starnberg – Die Grünen im Landkreis ziehen mit der Starnbergerin Martina Neubauer in den Landtagswahlkampf. Auf ihrer Aufstellungs- versammlung im wählten 35 von 63 Delegierte die 49 Jahre alte Sozialpädagogin zu ihrer Spitzenkandidatin.

Mit abstimmen durften die Ortsverbände aus den Gemeinden Bernried, Iffeldorf und Seeshaupt (Weilheim-Schongau), die dem Stimmkreis Starnberg zugewiesen wurden. Mit neun Stimmen weniger musste sich Anne Franke (58) aus Stockdorf geschlagen geben, die in dieser Legislaturperiode nach dem Tod von Seep Daxenberger als Nachrückerin in den Landtag eingezogen war.

Chancenlos blieb Anton Maier (49) aus Feldafing, der ein seiner Bewerbungsrede für ein Direktmandat ein flammendes Plädoyer für den Radverkehr hielt: „Mit dem Rad kann man auch in den Landtag fahren.“ Am Ende half nichts, auf den Kreisrat entfielen lediglich sieben Stimmen.

Martina Neubauer ist vor allem durch sozialpolitisches Engagement bekannt. Sie ist seit 14 Jahren Vorsitzende der Grünen im Bezirkstag und über die Parteigrenzen hinweg eine geschätzte Ansprechpartnerin. Neben Änderungen in der Sozialpolitik will Neubauer das bayerische Schulsystem reformieren, das Betreuungsgeld verhindern und die Studiengebühren abschaffen, betonte sie in ihrer Bewerbungsrede. „Und außerdem möchte ich die FDP in die Wüste schicken.“ Ein weiteres Ziel, die Liberalen macht die Bezirksrätin nämlich für den immer größer werdenden Abstand zwischen Arm und Reich verantwortlich. Auch die Frauen in der Gesellschaft müssen gestärkt werden. „Denn Armut ist weiblich“, betonte Neubauer vor den Delegierten, „meist sind es alleinerziehende Frauen mit Kind“.

Anne Franke warb mit ihrer Arbeit im Maximilianeum. 42 Anträge und über 60 Anfragen habe sie in den zurückliegenden zwei Jahren gestellt, ihre Schwerpunkte bei den Landtags-Grünen sind die Landwirtschaft und der Verbraucher- schutz. „Seit 1960 haben 80 Prozent der Bauern aufgehört“, so die Abgeordnete. Verantwortlich dafür sei die Politik der CSU. Und überhaupt die CSU: „Die ist doch länger dran, als Fiedel Castro in Kuba.“ Sie will genauso wie Martina Neubauer die Alleinherrschaft der Christsozialen verhindern, setzte aber mehr auf ökologische Themen, etwa auf das Bienensterben.

Nachdem die Stockdorfer Künstlerin und Pädagogin unterlegen war, kündigte sie an, ihren Wiedereinzug in den Landtag möglichst über einen aussichtsreichen Listenplatz anzusteuern.

Zur Kandidatin für den Bezirkstag wurde Kerstin Täubner-Benicke (45) aus Sternberg gewählt. Übrigens: Mit von der Partie war an diesem Abend im „Bayerischen Hof“ ein alter Bekannter der Landes - und Kreispolitik. Der Gautinger Jürgen Schade wechselte nach 42 Jahren das Parteibuch – gab das von der SPD ab und nahm das der Grünen an. Oliver Puls

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