Preisverleihung am Sonntag

Grüner Wanninger 2019 geht an Tutzingerin Luisa Wöllisch und "Mutmachleute" e.V. aus Starnberg

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Im Interview erzählte Luisa Wöllisch einiges zum Dreh des Films.

Starnberg/Tutzing - Am Sonntag wird wieder der "Grüne Wanninger" der Bezirkstags-Grünen Oberbayern für das Jahr 2019 verliehen und gleich zwei Preisträger kommen aus dem Landkreis Starnberg. Zum einen erhält die Tutzinger Schauspielerin Luisa Wöllisch, bekannt aus dem Kinofilm "Die Goldfische, den Preis am Sonntag in der Kleinen Schlossberghalle in Starnberg verliehen, so auch Verein Mutmachleute aus Starnberg. 

Der Kulturpreis „Der Grüne Wanninger“, der seit 1988 jedes Jahr von der Grünen Bezirkstagsfraktion verliehen wird, ist inzwischen ein eigenständiges Markenzeichen Grüner Kulturarbeit. Der Namensgeber, der Buchbinder Wanninger aus einem gleichnamigen Stück von Karl Valentin, möchte nur eine einfache telefonische Auskunft. Daber gerät er in die Mühlen der Verwaltung, wird immer weiter gereicht, um am Schluss zu erfahren, dass er doch am nächsten Tag anrufen möge. 

"Unser Kulturpreis soll dazu ermutigen, nicht aufzugeben und sichtbare Akzente zu setzen. Kunst und Kulturförderung verstehen wir Grüne als Auftrag, insbesondere dort zu fördern, wo Zeitgeist und Kommerz nicht hinreichen, und wir wollen vor allem die soziale und politische Dimension würdigen. So konnte in den vergangenen 29 Jahren ein breites Spektrum von „Kultur“-Schaffenden geehrt werden – von der Biermösl Blosn bis zu Flüchtlingsinitiativen, von den Klinik-Clowns bis zur Umweltinitiative Pfaffenwinkel", so eine Grünen-Sprecherin. 

Sprung auf die große Leinwand mit Down Syndrom: "Ein tolles Vorbild"

Die Verleihung ist am Sonntag, 10. November, und beginnt mit Grußworten. Zum Kulturpreis selbst wird Landratskandidatin und Bezirksrätin Martina Neubauer etwas sagen. die Laudatio für Luisa Wöllisch wird Angelica Fell halten. Sie ist der Vorstand und die Leiterin der "Freien Bühne München", auf der Luisa Wöllisch zu sehen ist. 

Redakteurin Alma Jazbec mit der Schauspielerin Luisa Wöllisch, die mit dem Film "Die Goldfische" bekannt wurde.

Die Tutzingerin  hat bereits früh mit dem Schauspiel begonnen, zunächst nur privat und in einer Laien-Theatergruppe eines inklusiven Jugendtreffs (MOP München).  2014 begann sie eine Berufsqualifizierende Maßnahme an der Freien Bühne München. Seit dem ist sie fester Teil des Ensembles. 2016 spielte sie in ihrem ersten Kinofilm „Die Grießnockerlaffäre“ mit. Nach ihrem Abschluss 2018, wird sie abseits ihrer Tätigkeit als Schauspielerin momentan auch als Assistenz des DozentInnen-Teams für die Freie Bühne München angelernt. Angelica Fell, Gründerin der Freien Bühne München, ist von Luisas Leistung begeistert und meinte: „Sie ist ein tolles Vorbild für viele und durch sie kommt das Thema Inklusion nun auch in der Kunst so langsam an.“ 

Aktuell spielt sie die Hauptrolle im Stück „Lulu“ von Frank Wedekind. Bekannt wurde die junge Frau mit dem Down Syndrom einem breiten Publikum durch ihre Rolle im Kinofilm „Die Goldfische“. Sie selber war die einzige Darstellerin, die wirklich eine Behinderung hat. Umso mehr wurde sie für ihren großen Erfolg gefeiert. In einem Interview mit dem Kreisboten Starnberg im März diesen Jahres erzählte sie, dass es ihr sehr viel Spaß macht in andere Rollen zu schlüpfen. Sie war mit ihrer Arbeit sehr zufrieden und dass die Zusammenarbeit mit den anderen Schauspielern super gewesen war. "Die Kollegen waren alle sehr nett und total offen mir gegenüber", sagte sie. 

Über das Thema psychische Erkrankungen sensibilisieren: Mutmachleute e.V.

Dem Verein ist es ein persönliches Anliegen, die Öffentlichkeit für das Thema psychische Erkrankungen zu sensibilisieren, mit dem Ziel der Gleichstellung von physischen und psychischen Krankheiten. Keiner soll sich für eine Krankheit, gleich welche, schämen müssen. 

Mutmachleute e.V.: Tobias Hess, Anna Starks-Sture, Maximilian Laufer, Michael Perlinger, Tina Meffert, Johannes Meffert (Vorstand), Cornelia Laufer, Katharina Hoffmann. Auf dem Foto fehlen: Dr. Frank Hauser, Tanja Heusmann, Andreas Dasser

"Brauchkribblen und unglaubliche Freude"

Die Freude über den Preis ist groß und macht den Verein auch ein wenig stolz. "Der erste Gedanke war, dass das Projekt #Mutmachleute mehr und mehr an die Öffentlichkeit geht und eine Wertschätzung des Engagements durch eine Preisverleihung - auch unserer Mutmacher*innen, die den Erfolg unserer Arbeit erst möglich machen - darstellt. Mein erstes Gefühl war: Bauchkribbeln und eine unglaubliche Freude! Wir nehmen den Preis stellvertretend für alle Menschen an, die zu diesem Projekt beitragen und sind stolz, mit unserer Arbeit so vielen Menschen eine Stimme zu geben und noch geben werden"; sagte die Vorsitzende Tina Meffert. 

Gesicht zeigen und Farbe bekennen

Die Mutmachleute beweisen, dass man Gesicht zeigen und Farbe bekennen kann und dabei die eigene Würde behält. Dort dürfen und sollen Betroffene von psychischen Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen und deren Angehörige die Möglichkeit erhalten, anderen Mut zu machen und sie zu motivieren, zu ihrer Erkrankung zu stehen. Fachleute und Experten – dazu zählt das Projekt auch Erfahrungsexperten, Peer-Berater oder Ex-In-Berater – bauen Berührungsängste ab, indem sie aus ihrer Sicht die positiven Aspekte und Perspektiven einer psychischen Krankheit beleuchten. Die Laudatio für den Verein hält Barbara Holzmann, stellvertretende  Bezirkstagspräsidentin Schwaben und des bayerischen Bezirkstags. 

Von Alma Jazbec

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