Gutachten im Kultusmininsterium für zweites Gymnasium im Landkreis überreicht

Nur grenzenlose Optimisten hätten auf eine sofortige Zustimmung gewettet. „Leider war die Reaktion sehr zurückhaltend“, sagte Jens Waltermann. Er und eine Abordnung kommunaler Unterstützer überreichten am Freitag im Kultusministerium ein Gutachten, das die Notwendigkeit für ein zweites Gymnasium im westlichen Landkreis unterstreichen soll.

  Mit einem 117 Seiten starkem Gutachten unterm Arm machte sich Jens Waltermann, Vorsitzender des Herrschinger Fördervereins zweites Gymnasiums, auf den Weg ins Kultusministerium. Begleitet wurde er von Landrat Karl Roth und den Bürgermeistern Peter Flach (Wörthsee) und  Christian Schiller (Herrsching). „Uns geht es bei unserer Forderung nach einem zweiten Gymnasium nicht um eine Luxussache, sondern darum, dass wir dringend eines brauchen“, erklärte Waltermann im Anschluss an die Besprechung im Kultusministerium. Auch wenn sich die zuständigen Sachbearbeiter nicht gerade positiv gegenüber dem Wunsch zeigten, eine Prüfung des Gutachtens bis Oktober wurde zugesagt. Bereits am Donnerstagabend eröffnete Flach als Vorsitzender des Zweckverbands weiterführender Schulen im westlichen Landkreis Ausschnitte aus dem Gutachten, vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München erstellt. Zur Versammlung in den Andechser Hof waren dazu rund 100 interessierte Bürger aus Herrsching und den umliegenden Gemeinden gekommen. Fazit des Gutachtens ist, dass zwar mit einem Rückgang der Schülerzahlen bis zum Jahr 2025 zu rechnen ist. Dass dennoch dringender Bedarf für ein zweites Gymnasium besteht. Doch erst muss die Hürde Kultusministerium genommen, mahnte Flach. Eine weitere Klippe sei die Finanzierung. Flach rechnet mit 32 Millionen Baukosten, die zu je einem Drittel von den Kommunen, dem Landkreis und dem Staat getragen werden müssen. „Können wir uns das wirklich leisten. Die Zeiten sind nicht rosig und die Kassen leer.“ Volle Unterstützung signalisierte Landrat Karl Roth. „Wenn das Ja vom Kultusministerium kommt, müssen wir uns ein Kooperationsmodell überlegen. Möglich auch, dass es erstmals zusammen mit dem Landkreis möglich wird“, sagte Roth. Er verwies zudem darauf, dass ein Gymnasium vor Ort ein wichtiger Standortfaktor ist. „Familien siedeln sich heute da an, wo es eine optimale Betreuung für Kinder und weiterführende Schulen gibt.“ Herrschings Rathauschef Christian Schiller freute sich über die grundsätzliche Bereitschaft, mitzuziehen und den Landkreischef als starken Partner an der Seite zu haben. Auf die Frage, ob es in Herrsching bereits ein geeignetes Grundstück gibt, verneinte Schiller. Im Übrigen warnte er vor einer Standortfrage, „da wir dadurch nur die Bodenspekulation anheizen“. Bei der anschließenden Neuwahl wurde das komplette Vorstandsteam in ihren Ämtern bestätigt. Das Gutachten kann im Internet unter www.gymnasium-herrsching.de eingesehen werden. 

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