Grundstück gefunden

Gymnasium mit Seeblick

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Herrsching – Einem Honigkuchenpferd gleich strahlten Landrat Karl Roth und Herrschings Bürgermeister Christian Schiller gemeinsam um die Wette. Bei einem Pressegespräch gaben sie am Mittwoch bekannt:

„Wir haben ein geeignetes Grundstück und können unser Gymnasium sogar mit Seeblick bauen.“ Kein Sterbenswörtchen ist von den Verhandlungen nach außen gedrungen. Dabei steht bereits seit Oktober fest, dass sich eine Lösung anbahnt. Der Schlüssel zu dieser geheimnisvollen Tür ist eine Erbengemeinschaft, die am Ortsende von Herrsching, zwischen der Staatsstraße 2068 und dem Panoramaweg, ein rund 43.000 Quadratmeter großes Grundstück hat und bereit war, es für den Bau eines Gymnasiums zur Verfügung zu stellen. Ein Drittel der Fläche wurde bereits für 70 Euro pro Quadratmeter angekauft; der Rest auf 50 Jahre Erbpacht plus Option auf weitere 25 Jahre erstanden. Von einem Glücksfall sprach Landrat Roth und davon, dass dieser Standort weit attraktiver sei, als das ursprünglich im Norden angepeilte Areal am Gewerbegebiet. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistags, der wohl im März darüber entscheiden wird, steht dem Bauvorhaben nun nichts mehr im Wege. 

„Heute gehe ich ernsthaft davon aus, dass Herrsching ein Gymnasium bekommt“, sagte Landrat Karl Roth bei dem Pressegespräch im Herrschinger Sitzungssaal. Bauherr ist der Landkreis Starnberg. Wichtig jedoch sei ihm, dass bereits der Gemeinderat im Dezember mehrheitlich seinen Segen erteilt hat, betonte Roth. Von Vorteil sei nämlich, wenn das Herrschinger Gremium die Bauleitplanung „für das Jahrhundertprojekt“ künftig aktiv unterstützt. „Wenn alle dahinter stehen, dann kann es schnell voran gehen.“ Positiv an dem neuen Standort sei laut Roth nicht nur die traumhaft schöne Lage mit Seenähe und Seeblick. „Die Schüler können auf ihrem Schulweg von der S-Bahn zum Gymnasium schnell mal in den See springen.“ Das Areal ist zudem gut durch die Mühlfeldstraße erschlossen. „Die Fläche hat einen ungemeinen Reiz, deshalb braucht es auch architektonisch etwas ganz Besonderes“, sagte Roth. Der Landkreischef rechnet mit Baukosten in Höhe von 35 bis zu 38 Millionen Euro. „Das ist es uns wert“, versicherte er. Probleme für die Anwohner am Panoramaweg sieht er nicht. „Da auf dem Grundstück eine Höhendifferenz von fünf bis zehn Metern herrscht, wird der Blick auf den See nicht versperrt werden.“ Mit dem Spatenstich rechnet der Landrat frühestens in drei bis vier Jahren. Konzipiert wird das Gymnasium für 600 bis 800 Schüler. Außerdem ist auch der Bau einer Dreifachturnhalle angedacht. Bürgermeister Christian Schiller sprach von einem Meilenstein, der für das Gymnasium nun gesetzt wurde. Er bedauerte zwar, dass die Grundstücksverhandlungen im Norden von Herrsching an einem Partner gescheitert sind. Doch selten ein Nachteil, wo nicht auch ein Vorteil. „Mit der Erbengemeinschaft Nagl & Ketterer, die aus fünf Personen besteht, haben wir jetzt Partner gefunden, denen es nur darum geht, dass Herrsching ein Gymnasium bekommt. Der Profit stand dabei an zweiter Stelle.“ Und was passiert mit den Flächen, die die Gemeinde bereits im Gewerbegebiet Nord angekauft hat? Insgesamt habe die Gemeinde mittlerweile 30.000 Quadratmeter Grund, unter anderem für ein Gymnasium, erstanden. Nur zwei Verträge beinhalten eine Rücktrittsklause, erklärte Schiller. „Auf diesem Areal ist momentan nichts geplant. Der Ankauf der Grundstücke dient aber der Gemeinde als Flächenbevorratung für die Zukunft.“ pop

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