Hin und Her um den Standort

Gymnasium Herrsching: Trügerische Ruhe verunsichert beide Seiten

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Ein mögliches Bürgerbegehren für den Standort des Gymnasiums zwischen dem Gewerbegebiet und der Seefelder Straße treibt Herrsching momentan um.

Herrsching – Soll das Gymnasium in Herrsching zwischen der Seefelder Straße und Herrschings Gewerbegebiet entstehen, statt wie vorgesehen im Mühlfeld? Ja, sind die CSU-Männer Willi Welte und Gerhard Knülle überzeugt und initiierten ein entsprechendes Bürgerbegehren. Die notwendigen Flächen dafür wären vorhanden, betont Welte gegenüber unserer Zeitung. Nein, ist die Überzeugung von Bürgermeister Christian Schiller.

Letzterer fragte im Dezember noch einmal schriftlich 18 Eigentümer der 25 betroffenen Flurstücke, ob sie für die von der Kommunalaufsicht bewilligten 70 Euro pro Quadratmeter verkaufen würden. Zusammengerechnet geht es um etwa zehn Hektar Fläche, davon gehören zirka drei Hektar bereits der Gemeinde. Auf einem Teil vom Gemeindegrund steht das Zuhause für Asylsuchende. Das Ergebnis der Nachfrage: Von den insgesamt 18 Eigentümern der 25 Flurstücke wollten neun Eigentümer von zwölf Flurstücken nicht verkaufen. Acht Eigentümer von zwölf Flurstücken verlangten ein sogenanntes und gemäß Schiller rechtswidriges Koppelungsgeschäft (im Gegenzug privates Baurecht) oder einen höheren Preis. Ein Eigentümer von acht Flurstücken habe gar nicht reagiert. "Wir haben im Schreiben darauf hingewiesen, dass keine Antwort einem Nein entspricht", so der Rathauschef gegenüber unserer Zeitung. In einem Satz: Die meisten Eigentümer wollten nicht verkaufen. Für Schiller ist damit das Bürgerbegehren hinfällig, denn dort wird die Verwaltung in Frage zwei aufgefordert, mit den Eigentümern Grundstückskaufverhandlungen aufzunehmen. Dass das Gymnasium entweder im Mühlfeld oder gar nicht entsteht, habe der Kreistag im Dezember außerdem klar ausgesprochen, so der Rathauschef.

Welte will Bürgerbegehren durchziehen

Gemeinderat und Initiator Welte besteht darauf, dass von den neun Grundstückeigentümern sieben verkaufen würden. Er rechnet nicht in Flurstücken, sondern zieht die Flurstücke von einem oder mehreren Eigentümern zu einem zusammen. Verschiedene gemeinsame Besitzer wiederum entsprechen in seiner Rechnung einem Eigentümer. Die Gemeinde könnte ausreichend Fläche kaufen, was summa summarum ein Areal von insgesamt 60 000 Quadratmeter ausmache, ist sich Welte sicher. Und zwar zusammenhängend. 35 000 Quadratmeter bräuchte man für das Gymnasium, 5 000 Quadratmeter für die Erschließungsstraße und selbst wenn man die rund 4 000 Quadratmeter für das Asylbewerberheim abziehe, bliebe noch genügend Raum etwa für ein Einheimischenmodell. Mit dem sozialen Hintergrund der Vorhaben sei ein im Gegenzug bewilligtes Baurecht auch kein Koppelungsgeschäft, sondern legal, zitiert er die Einschätzung eines Rechtsanwaltes. Für Welte ist das Anlass genug, um das Bürgerbegehren weiter voranzutreiben. Er ist zuversichtlich, dass die 720 notwendigen Unterschriften zusammenkommen. Sollten sich die Bürger für den Standort beim Gewerbegebiet aussprechen, hofft er, dass Landrat Karl Roth und somit der Kreistag das Nein für den Gymnasiumbau auf diesem Areal noch einmal überdenkt.

M.Kirner

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