"Hardware in hoher Qualität"

Haben mit ihren ehrenamtlichen Tätigkeit das Monumental-Werk „Heimatbuch für Feldafing“ ermöglicht, dem die Chronik des früheren Oberlehrers Ferdinand Kistler zugrunde liegt: Heinz Biersack, Rita Broda, Willi Eisele, Martina Graefe, Max Grünwald, Sigrid Friedl-Lausenmeyer, Eva-Maria Herbertz, Heidrun Hornsmann-B`shary, Ursula Ludz, Elfriede Paulus, Margarete Terlaak, Graphiker Herbert Lang sowie der inzwischen verstorbene Uwe Kalms. Foto: Jaksch

„Erzähle mir die Vergangenheit – und ich werde die Zukunft erkennen“, hat schon der chinesische Philosoph Konfuzius 551 v. Chr. gesagt. Mit dem in der vergangenen Woche erschienen „Heimatbuch für Feldafing“ haben nun die Feldafinger ein Nachschlagewerk an der Hand, die ihnen umfassende und interessante Erkenntnisse aus der Geschichte ihres Heimatortes aufzeigt. Wie Feldafings Bürgermeister Bernhard Sontheim bei der Präsentation des 575-Seiten-Werkes erklärte, ist der Ort wohl viel älter seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1116 – nämlich 6000 Jahre alt (4000-2000 v.Chr.).

Er dankte den Mitgliedern des 1991 gegründeten Arbeits- kreises Feldafinger Chronik, die aus dem über 1000-Seiten fassenden Manuskript des Feldafinger Oberlehrers Ferdinand Kistler das nun vorliegende Buch erstellt haben. „Sie haben Jahrelang in staubigem Papier gewühlt und sind unzählige Male im Staatsarchiv gewesen, um Berge von Manuskripten zu durchforsten“, lobte der Rathauschef. Herausgekommen sei eine „Hardware in höchster Qualität“, die das Wissen über die Vergangenheit bewahre. Schließlich „entstehe die Gegenwart nicht aus dem Nichts, sondern fuße auf der Vergangenheit“, so Sontheim. Gemäß dem Feldafinger Leitspruch könne man nun auch sagen „die Kistler-Chronik inspiriert“! Die erste Auflage des „Heimatbuches für Feldafing“ ist in einer Auflage von 700 Exemplaren erschienen und für 69 Euro erhältlich. Federführend bei der Umsetzung des Projektes war die langjährige Leiterin des Feldafinger Alt-Archivs und Leiterin des Arbeitskreises Feldafinger Chronik, Ursula Ludz. Das „Heimatbuch für Feldafing“ enthält mit vielen Fotos „angereichert“ die Aufzei- chnungen und Geschichten von Ferdinand Kistler, die er in seiner Feldafinger Zeit zwischen 1900 und 1940 getätigt hat. Bereits 1929 wollte die Gemeinde Feldafing das Manuskript als Buch heraus geben – aus finanziellen Gründen gelang dies damals jedoch nicht. Auch ein weiterer Versuch – dieses Mal von Marie Gierster, der Tochter des Verfassers – in den 50er Jahren scheiterte. Nachdem sie 1974 die Rechte an dem Werk der Gemeinde geschenkt hatte, entdeckte die 1984 frisch eingestellte Ortschronistin Ursula Ludz im damals im Bauhof untergebrachten Archiv unter Sedimentschichten von verstaubten Papieren und Akten das Werk Kistlers. Zuerst entstanden daraufhin zwei erste Geschichtsbücher – doch immer mehr neue „Entdeckungen“ und neue Kontakte ließen den Entschluss reifen, die Geschichte Feldafings in einem Gesamtwerk zusammen zu fassen, um Nachfolgegenerationen eine „aufregende Reise in eine Vergangenheit von Feldafing und seinen Ortsteilen zu ermöglichen“. Kulturreferentin Sigrid Friedl-Lausenmeyer, die selbst mitgearbeitet hatte, bedankte sich bei allen Ehrenamtlichen, die in den vergangenen zehn Jahren viel Herzblut, Zeit, Liebe sowie Durchhaltevermögen und Kraft in dieses Buch gesteckt haben sowie bei der Gemeinde für deren Bereitschaft die Herstellung zu finanzieren.

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