Haushalt Herrsching

Besinnung auf die Pflichtaufgaben

+

Herrsching – Besinnung auf die Pflichtaufgaben lautete der Appell von Bürgermeister Christian Schiller bei den Beratungen zum 2017-Haushalt an die Gemeinderäte. Dem vorausgegangen war eine Auflistung von Kämmerer Manfred Wörle, der versuchsweise zusätzlich zum in der Klausurtagung entworfenen Haushalt weitere mögliche Kostenstellen mit einrechnete.

Darunter der Bahnhof in Höhe von 500.000 Euro, 400.000 alleine für die Straßenentwässerung Breitbrunn Nord sowie 1,1 Millionen für den Umbau vom Landungssteg in eine Flaniermeile. Hinzu kam noch ein Antrag der CSU, der eine Planung des Gemeindehauses in Widdersberg (300.000 Euro) und die Sanierung beziehungsweise der Bau der Obdachlosenunterkunft in Herrsching (400.000 Euro) vorsah. All das würde die vorgesehenen Ausgaben bis 2020 von insgesamt 2,4 Millionen Euro um weitere 4,4 Millionen erhöhen. In der Rechnung erhob sich der mahnende Finger des Kämmerers, und Bürgermeister Schiller quittierte: „Wir kommen bis 2020 über die Maximalverschuldung hinaus.“ Wörle kündigte an, dass die Aufsichtsbehörde bei dieser Verschuldung nicht mitspiele. Dabei ließ bereits der Haushalt ohne Extras kaum Spielraum zu. Zwar spülte die Einkommens- und Gewerbesteuer gutes Geld in die Kassen. Einnahmen, die dazu führen, dass 2017 keine Kreditaufnahme notwendig wird, im Gegenteil die Rücklagen auf 700.000 Euro ausgeweitet werden kann – ab dann sieht die Rechnung aber anders aus: 2018 käme die Kommune um ein Darlehen in Höhe von 1,2 Millionen Euro nicht mehr herum. Besagte Pflichtaufgaben rufen: Alleine der notwendige Ausbau der Christian-Morgenstern-Grundschule schlägt im kommenden Jahr mit einer Million Euro, und im darauffolgenden Haushalt mit doppelt so viel zu Buche. Hinzu kommt die Beteiligung am Gymnasium Herrsching in Höhe von 420.000 Euro – und das jedes Jahr bis 2022. Der Schulzweckverband kostet die Gemeinde jährlich 200.000 Euro. Weitere Posten, die sozusagen noch aus der Portokasse der Gemeinde finanziert werden können, ist die Mehrzweckhalle des Feuerwehrhauses Breitbrunn (230.000 Euro), der Breitbandausbau (120.000 Euro), 30.000 Euro Planungskosten für den notwendigen Kindergarten an der Riederstraße. Auch die 400.000 Euro für die in finanzielle Not geratene Chirurgische Klinik Seefeld ist noch kein Problem. In Rot warf der Kämmerer anschließend die möglichen Aufwendungen wie das Miteinbeziehen des CSU-Antrags an die Wand – und ein bisschen rot sah in Anbetracht der Zahlen wohl auch Anke Rasmussen (Grüne): „Pflichten sind Schule, der neue Kindergarten und die Obdachlosenunterkunft.“ Auf die Pflichtaufgaben besinnen, dieser Satz könnte auch in Zukunft eine Rolle spielen, wenn der Gemeinderat über Investitionen berät. mk

Auch interessant

Meistgelesen

Herrschinger Lehrerin momentan auf erstem Platz
Herrschinger Lehrerin momentan auf erstem Platz
Porsche brennt völlig aus
Porsche brennt völlig aus
Auf Kerngeschäft konzentrieren
Auf Kerngeschäft konzentrieren
Vermisster Gilchinger tot im Weßlinger See gefunden
Vermisster Gilchinger tot im Weßlinger See gefunden

Kommentare