Erfolgsgeschichte in schwierigen Zeiten

Hechendorfer Hofgarage wird zur Ölmanufaktur

Hechendorf
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Katharina Müller und Bernhard Neumüller verkaufen ihre Bio-Produkte ab Hof.

Hechendorf -  In der Hofgarage am Oberfeld 8 in Hechendorf quetscht eine blaue Edelstahlmaschine für das Label „Fräulein Müller“ Sonnenblumenöl in einen Behälter. „Biologisch, kaltgepresst und ohne chemische Zutaten“, betont Katharina Müller.

Begonnen hatte alles mit Schildern wie „Hier wächst Euer Lebensmittel“ auf dem gegenüberliegenden Feld. Denn durch die Aussaat von Landwirt Bernhard Neumüller, der den Hof vor einem guten Jahr übernommen hat, verirrten sich manchmal ein Hund oder ein Ausflügler. „Schimpfen tut uns nicht gut“, beschloss das Paar und fertigte besagte Holztafeln an. Auf den Hinweis: „Bitte nicht pflücken, daraus wird Öl gemacht“ und Müllers Mail-Adresse, trudelten prompt Bestellungen für das Öl ein. „Wir hatten aber noch gar nicht mit der Produktion angefangen“, erinnert sie sich. Seit einem knappen halben Jahr produziert die gebürtige Fürstenfeldbruckerin in der Garage Sonnenblumenöl, ab Samstag werden „Fräulein Müllers“ regionale Lebensmittel wie Biokartoffeln, verschiedene Öle oder frisch gemahlener Weizen und Dinkel zum Verkauf angeboten. Kosten tut das Öl zwischen 4,90 Euro (100 ml) und 11,90 Euro (500 ml), 500 Gramm Dinkelmehl 3 Euro und ein Kilo Kartoffeln 2,50 Euro. Den Rest der Woche kann sich die Kundschaft aus einem Gestell an der Hauswand selbst bedienen und den Betrag entweder in der roten Kasse versenken oder per Paypal überweisen. „Die Leute sind ehrlich“, freut sich Müller. Derzeit ist die Selbstbedienung lediglich bei gutem Wetter möglich. Deshalb planen die Hechendorfer zusätzlich einen überdachten Bereich vor der Garage.

Die Bio-Kartoffeln stammen von dem Bauernhof ihrer Eltern in Alling. „Ich bin mit regionalen und hausgemachten Lebensmitteln groß geworden“, erzählt die kaufmännische Angestellte. Ölpressen ist für die 35-Jährige allerdings Neuland – entsprechend lief nicht sofort alles rund. „Denn Sonnenblumenkerne dürfen nicht zu feucht, aber auch nicht zu trocken sein“, erklärt Neumüller. Eine Gratwanderung, wie sich herausstellen sollte. Die erste Ladung blieb im Schneckengetriebe hängen. Später füllten sie die Öle in Flaschen, bevor die Trübstoffe sich gesenkt hatten. Jetzt läuft alles reibungslos. „Dabei bleibt nicht viel hängen“, sagen sie. Es ging ihnen aber nicht darum, viel Geld zu verdienen. „Wir wollen den Menschen den Wert regionaler und biologischer Lebensmittel näherbringen.“ Neumüller baut demnächst Linsen an, erzählt er Peter Schmutzer. Der Gastronom hat von den hier produzierten Produkten gehört und ist an diesem Freitag extra vorbeigefahren. Zum Ausprobieren kauft er eine Flasche Sonnenblumenöl. „Ich bin immer auf der Suche nach regionalen Lebensmitteln für meinen Augustiner in München“, erzählt der Wörthseer. Spätestens im Herbst schaut er wieder vorbei, um ein paar Kilo Linsen auszuprobieren, sagt er.

Der Verkauf ab Hof ist jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr am Oberfeld 8 in Hechendorf und bei gutem Wetter als Selbstbedienung vor der Garage.

 Michèle Kirner

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