Heimische Produkte kaufen

„Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise befinden sich im Sturzflug“, sagt Georg Zankl, Kreisobmann der Starnberger Bauern. Sein Appell richtet sich nun an die Verbraucher, heimische Milchprodukte zu bevorzugen. „Für die Milchbauern im Landkreis Starnberg ist es existenziell wichtig, dass die Verbraucher nach heimischen Milchprodukten fragen.“ Die Verantwortlichen in der Politik und Wirtschaft aber fordert er auf, sich für einen fairen Preis und für einen besseren Absatz von Milch und Milchprodukten einzusetzen.

„Wir brauchen dringend bessere Milchpreis“, sagt Zankl. Denn trotz überregionaler Proteste wurde das Ziel, 43 Cent pro Liter Milch zu erhalten, nicht erreicht. „Im Gegenteil, Anfang des Jahres wird der Literpreis wieder unter 30 Cent fallen“, befürchtet Michael Friedinger, Vorsitzender des Bunds Deutscher Milcherzeuger, Kreisverband Starnberg. Nur im Verbund mit den Verbrauchern sei es möglich, den Dumpingpreisen der Discounter Paroli zu bieten. Neuerdings werde mit „dauerhaft billig“ für Milchprodukte geworben, was auf Kosten der Milcherzeuger geht, sagt Friedinger. „Wir bekommen für unser Produkt Milch nicht einmal mehr den Preis, der die Grundkosten wie Futter, Diesel und Arbeitskräfte decken würde.“ Seiner Meinung nach hat die EU mit ihrem Beschluss, die Produktionsmengen nicht zu reduzieren, einen Fehler gemacht. „Je mehr Milch aus allen Ländern auf unseren Markt kommt, desto wertloser wird sie“, mahnt Friedinger. Wobei der Preisverfall nicht nur die Milchbauern trifft. „Auch die Schweinehalter und Ackerbauern sitzen mit im Boot“, erklärt Zankl. „Die Preise, die die Bauern derzeit im Landkreis Starnberg für ihr Getreide bekommen, decken nicht einmal die Kosten für Saatgut, Dünger, Diesel und die aktuelle Ernte.“ Auf dem Ferkel-, Schlachtschweine- und Schlachtrindermarkt sei die Lage ähnlich angespannt. „Auch hier decken die erzielten Erlöse kaum noch die Kosten.“ Ändere sich nicht bald etwas, bleibe ein Bauernhofsterben nicht aus, befürchtet Kreisbäuerin Anita Painhofer. Sei weist eindringlich darauf hin, dass es die Landwirte sind, die nicht nur für’s täglich Brot Sorge tragen, sondern auch die Kulturpflege „unserer einmalig schönen Landschaft übernehmen“. Stirbt der Bauernstand, sehe es landschaftlich in Bayern bald so aus, wie in vielen Ostländern. Den Verbrauchern empfiehlt sie, nach der Bauernmilch zu fragen, die seit Juli auf dem Markt ist. Neben den Verbrauchern soll nun auch die neue Bundeslandwirtschaftsministerin um Hilfe gebeten werden. „Sie hat zwar in der EU nur eine Stimme. Aber sie kann unser Anliegen nur dann vertreten, wenn sie die Probleme auch kennt“, hofft Zankl auf Ilse Aigner (CSU). Den Milchbauern aber rät er, sich verstärkt für eine bessere Vermarktung ihrer Milch einzusetzen, ob in einer Erzeugergemeinschaft oder über eine eigene Molkereigenossenschaft. Von Vorteil dabei wäre, wenn nur ein oder zwei Vertreter der Milchbauern die Preisverhandlungen mit den Molkereien und Discountern führen. „Jetzt verhandeln zu viele, so dass immer einer dabei ist, der nicht konsequent bleibt und nachgibt, auch wenn der Milchpreis unter Niveau liegt.“

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