Broschüre für ehrenamtliche Asyl-Helfer

L wie Leitfaden

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Herrsching – Die ersten Flüchtlinge sind in die Containerwohnanlage an der Herrschinger Goethestraße eingezogen. Aus diesem Anlass präsentierten Hannelore Doch, die Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Rathaus-Mitarbeiterin Andrea Sigl und Jugendpflegerin Julia Schmidbauer einen Leitfaden für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Das Dokument ist als „Hilfe zur Selbsthilfe“ gedacht, die Asylbewerber sollen dank der Helfer möglichst bald die Aufgaben des täglichen Lebens selbstständig bewältigen können. Von A wie Ansprechpartner über K wie Kindergartenplätze bis V wie Versicherungen und W wie Wohnungseinrichtung verschafft die Broschüre den Helfern einen breiten Überblick über gängige Fragen, die im Zusammenhang mit dem Thema Asyl aufkommen können.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, dem bietet der Leitfaden darüber hinaus zahlreiche weiterführende Links, um sich intensiver in das Thema einzulesen. Beispielsweise findet sich unter K wie Konflikte mit Bürgern ein Dokument der Amadeu-Anontio-Stiftung, das nützliche Fakten und Argumente zur Debatte über Flüchtlinge an die Hand gibt. Ebenso bietet die Gemeinde auf ihrer Homepage Schaubilder zum Ausdrucken in acht verschiedenen Sprachen zu Themen wie Brandschutz, Hygiene und Mülltrennung an. Ehrenamtliches Helfen höre sich banal an, aber es sei „unfassbar“, was von den Helfern alles verlangt werde, sagte Doch. Über den Sommer wurden es immer mehr Ehrenamtler, die Anrufe und E-Mails im Rathaus häuften sich, da war den drei Frauen klar: „Wir müssen was machen.“ Im Sommer fingen Doch, Sigl und Schmidbauer mit dem Sichten und Sammeln von Informationen an, im Spätsommer ging es dann an das Verfassen der Broschüre. Bürgermeister Christian Schiller, der ein Grußwort für den Herrschinger Leitfaden verfasst hat, bedankte sich bei seinen Verfasserinnen, aber auch bei allen Engagierten. „Ohne die Ehrenamtler wär‘ das Chaos perfekt“, sagte der Rathauschef.

Von den derzeit 165 gelisteten ehrenamtlichen Helfern im Bereich Asyl erhalten in Zukunft nur fünf bis zehn Personen Zugang zur Containerwohnanlage. Die festangestellte Sozialpädagogin, die für die Betreuung der Einrichtung an der Goethestraße zuständig ist, möchte damit zu großen Andrang vermeiden. Neben der sozialpädagogischen Vollzeitkraft arbeiten zwei weitere Personen vor Ort für die Anlage: Eine Verwaltungskraft von Jonas Better Place und ein Hausmeister. Unter den nun eingezogenen Flüchtlingen befinden sich 60 begleitete Minderjährige. Schiller sieht diesen Umstand als „großen Vorteil“. Über die Kinder, die in die Schule gehen und leicht Kontakte knüpfen, wird viel in die Familien getragen werden, das erleichtere die Integration.

Die Gemeinde Herrsching bietet den Leitfaden unter www.herrsching.de zum Download an, im Rathaus kann er außerdem abgeholt werden. cd

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