AWA beschließt Bau von Betriebswohnungen

Für geschultes Personal

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Herrsching – Die Ammerseer Wasser- und Abwasserbetriebe mit Sitz in Herrsching setzen auf Expansion. Um fachlich geschultes Personal an das Unternehmen zu binden, beschloss der Verwaltungsrat in der jüngsten Sitzung in Kooperation mit der Gemeinde Herrsching den Bau eigener Betriebswohnungen.

Auch wenn es nicht immer gegenwärtig ist, Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und auch durch nichts zu ersetzen. Für die Mitarbeiter der Ammerseer Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA) mit Sitz in Herrsching hat deshalb die sorgsame Gewinnung von Trinkwasser wie auch die fachgerechte Entsorgung des Abwassers oberste Priorität. Dazu aber braucht es fachlich geschultes Personal. „Optimal ist es, wenn junge Menschen ihre Ausbildung bei uns im Betrieb machen. Seit 2014 bieten wir entsprechend Ausbildungsplätze an“, erklärte AWA-Geschäftsführer Hermann Doblinger. „Zwei der jungen Männer haben ihre Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen. Drei weitere befinden sich noch in Ausbildung. Gerade diese jungen Mitarbeiter äußern große Sorge, künftig Probleme zu haben, an bezahlbaren Wohnraum zu kommen.“ Um das fachlich gut ausgebildete Personal auch langfristig an das Unternehmen zu binden, sollen nun ab 2017 Betriebswohnungen zur Verfügung gestellt werden. Ein passendes Grundstück, nur wenige Gehminuten vom AWA-Gelände entfernt, gibt es bereits. „Im Frühjahr konnten wir von der Gemeinde ein baureifes Grundstück an der Goethestraße für den Bau eines Mehrfamilienhauses in Interkommunaler Zusammenarbeit erwerben. Im Gegenzug erhält die Gemeinde Herrsching das Belegungsrecht für eine Wohnung“, betonte Doblinger. Eine erste Planung präsentierte Claudia Schreiber. Die Architektin hat bereits den lichtdurchfluteten Betriebshof, in dessen Sitzungssaal erstmals getagt wurde, entworfen. Auch das zweistöckige Wohnhaus mit bis zu neun Betriebswohnungen soll etwas Besonderes werden, sagte Schreiber. „Es gibt bereits seit den 60er Jahren die Idee von variablem Wohnraum. Hier kann sie verwirklicht werden.“ Heißt, die Wände der jeweiligen zwei- bis fünf Zimmer-Wohnungen können nach Bedarf verstellt werden. „Bevor wir an die Grobplanung gingen, fand eine Umfrage unter den Mitarbeitern statt, wie sie sich denn ihr künftiges Heim vorstellen könnten. Das Ergebnis war die Vorlage für die Planung“, erklärte Schreiber. Auf dem rund 1.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Goethestraße ist außerdem reichlich Platz, Terrassen und Gartenanteile für alle Wohnungen zu schaffen.

Begeistert von der Idee zeigten sich sowohl Verbandsvorsitzender Wolfram Gum wie auch die Verwaltungsräte. Nach deren Zustimmung geht es nun an die Detailplanung. „Anfang des Jahres könnte der Bauantrag gestellt werden“, sagte Schreiber. Läuft alles nach Plan, rechnet sie mit dem Spatenstich im Frühsommer 2016. Bis 2017 soll das Gebäude fertig sein. Einen Kostenvoranschlag gibt es erst nach der Detailplanung. Doblinger machte außerdem darauf aufmerksam, „dass zur Zeit die Zinsen so niedrig sind, dass es sich rechnet, auch einen Kredit aufzunehmen“.

In Augenschein genommen wurde außerdem der neu bezogene Betriebshof. In dem Gebäude, das aus nachwachsenden und unbelasteten Baumaterialien erstellt wurde, sind derzeit 14 technische Mitarbeiter, acht für den Bereich Trinkwasser und sieben für den Kanalbetrieb, untergebracht. Integriert sind außer dem geräumigen Sitzungssaal Sozialräume, Duschen, diverse Werkstätten, ein Lagerraum und vier Großgaragen. Im angrenzenden Verwaltungsgebäude befinden sich die Büroräume und technische Anlagen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen derzeit 34 Mitarbeiter. In der Sitzung vorgestellt wurde zudem die Kurzfassung des Wirtschaftsplans für 2016: Einnahmen aus Gebühren und Herstellungsbeiträgen: 8,137 Millionen Euro; Ausgaben für Sanierungen und Personalkosten: 8,133 Millionen Euro. An Investitionen sind 5,7 Millionen Euro vorgesehen. „Das ist eine seriöse Aufstellung, die auch auf die nächsten Jahre Bestand hat“, sagte Wolfram Gum. Lob gab es für Hermann Doblinger für „seine konsequente und wirtschaftlich gut durchdachte Linie“. pop

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