Beisetzung Wulf Treiber

Bewegende Trauerfeier

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Herrsching – 32 Jahre lang war Wulf Treiber im Haus der Bayerischen Landwirtschaft tätig, 28 Jahre lang als Leiter. Am 4. November starb er plötzlich und unvorhergesehen.

Er hinterlässt eine Lücke, nicht nur bei den Angehörigen und Freunden. An den Kondolenzbüchern vor der Erlöserkirche bildeten sich lange Schlangen. Der Kirchensaal und die Empore waren bis vollständig belegt und die Predigt wurde über Lautsprecher ins Freie und in den Gemeindesaal übertragen. Gestern verabschiedeten Angehörige, Freunde, Mitarbeiter und Wegbegleiter Wulf Treiber mit einer Trauerfeier und begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. „Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen.“ Diese Zeilen stammen von Dietrich Bonhoeffer aus dem Jahr 1943 - und darauf griff Pfarrerin Angela Smart der Evangelischen Kirchengemeinde in ihrer Predigt zurück. Diese unausgefüllte Lücke sei nicht leer, sondern verbinde den Verstorbenen und die Trauernden. Der Widerständler Bonhoeffer selbst passte auch ins Bild des gebürtigen Mittelfranken. „In seinen Grundkursen legte er Wert darauf, in jungen Menschen ein Bewusstsein für die Zeitgeschichte zu wecken.“ Wiederholt und nicht nur angesichts der jüngsten Entwicklungen in Deutschland warnte er vor rechten Tendenzen. Hier und in jeder Lebenslage pflegte er eine ruhige, freundliche und wertschätzende Art, zeigte ein ehrliches Interesse am Leben und an den Menschen.

Bewegend und authentisch trug die Pfarrerin und Freundin der Familie den Lebenslauf Treibers vor, den seine Frau vorbereitet hatte. Geboren am Silvesterabend 1953 verbrachte er auf dem elterlichen Bauernhof mit seinen Geschwistern eine glückliche Kindheit. Er besuchte ein Internat, studierte und lernte schließlich seine Frau kennen. Nach der Hochzeit machten dann die Töchter Simone und Caroline die Familie komplett. Mit ihnen verbrachte der Agrar- und Politikwissenschaftler so viel Zeit wie möglich. Nun stand kurz vor der Rente - und nach einer erfolgreichen Herzoperation schien er auf dem Weg zur Besserung. Am 4. November verstarb er an einer Lungenembolie. Traurig aber dennoch dankbar blicke seine Familie nun auf die vielen schönen Erinnerungen zurück. Dankbar für die Erinnerungen war auch der Präsident vom Bayerischen Bauernverband Walter Heidl. „Ich sehe ihn noch vor mir, wie er gut gelaunt durch das Haus geht.“ 32 Jahre lang habe er die Bildungsstätte geleitet und weiterentwickelt und dabei stets in die Zukunft geblickt, die Historie nie aus den Augen verloren. „Unter seiner Führung ist das Haus der Bayerischen Landwirtschaft eine Institution geworden, die weit über Landwirtschaftsthemen hinaus ging und es auch für die Kunst geöffnet.“ In seiner Rente wollte er sich der historischen Bibliothek widmen. Das wird jetzt ein anderer übernehmen müssen. Die Lücke, die er als Mensch hinterlässt, wird wohl nie jemand füllen. mk

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