Herrsching wird Projekt-Gemeinde

Ob sich die geplante neue „Kommunale Wertstofftonne“ im Alltag bewährt oder nicht soll in einer zweijährigen Testphase in Herrsching untersucht werden. Kommen die Bürger in der Ammerseegemeinde und der AWISTA (Abfallwirtschaftsverband) mit den neuen Behältnissen zurecht, soll die Tonne landkreisweit eingeführt werden und den „Gelben Sack“ ablösen.

Es ist bayernweit bislang ein einmaliges Projekt, wie AWISTA-Geschäftsführer Peter Wiedemann vor dem Herrschinger Gemeinderat erläuterte. Der AWISTA verspricht sich von der neue Tonne den Wertstoffanteil weiter zu erhöhen. Laut Wiedemann würden im Landkreis pro Erwachsenen jedes Jahr 106 Tonnen Restmüll anfallen, die in die Verbrennungsanlagen wandern. Mit der „Kommunalen Wertstofftonne“ wolle man den Restmüllanteil um rund sieben Tonnen reduzieren, rechnete der AWISTA-Chef dem Gemeinderat vor. Denn über die neuen Behältnisse sollen anders als mit dem „Gelben Sack“ neben dem Grünen Punkt auch andere Wertstoffe, Metallteile und Elektroschrott entsorgt und weiter verwertet werden. Über den „Gelben Sack“ könne man dies nicht machen, so Wiedemann, diese würden zu schwer werden und aufreißen. Der AWISTA hat Herrsching übrigens ganz bewusst ausgewählt. Aufgrund der Mischung aus „dörflicher und städtischer Struktur“ sei die Kommune besonders geeignet, um das neue Entsorgungsmodell zu testen, schilderte Wiedemann die Überlegungen seines Hauses. Mit der zweijährigen Testphase wolle man zudem in Erfahrungen bringen, ob der Anteil an Wertstoffen weiter erhöht werden könne. „Das setzt voraus, dass man bereit ist, mitzumachen“, so der Appell Wiedemanns. Geteiltes Echo im Gemeinderat: Während Bürgermeister Christian Schiller die Vorzüge aufzählte – die Gelben Säcke lägen nicht selten verstreut und aufgerissen in der Gegend herum –, befürchtete Martin Singer (FBU), die Tonnen blockierten wegen ihrer Größe die Bürgersteige. Auch in den Vorgärten der Gemeinde würden sie kein schönes Bild abgeben, meldete er an. Das Volumina fällt wegen der möglichen Größe weiterer Wertstoffe deutlich größer aus als bei den bekannten Tonnen. „Das ist zeitgemäß und unterstützenswert“, versicherte Anke Rasmussen (Grüne) an die Adresse ihrer Ratskollegen gerichtet. Die Gelbe Tonne sei zudem ein „zusätzlicher Service“, so Rasmussen, denn: Die Wege zum Recyclinghof würden deutlich seltener, weil mehr Abfall von zuhause abgeholt werde. Und Wiedemann gab außerdem zu Bedenken, die rund 1,7 Millionen „Gelben Säcke“, die der AWISTA pro Jahr ausgebe, passten nicht zu dem nachhaltigen Konzept des Unternehmens. Außerdem versprach er, es werde nach der Braunen, der Blauen, der Restmülltonne und der neuen Gelben Tonne keine weitere mehr kommen. Der Gemeinderat votierte mit 14 gegen sieben Stimmen schließlich für die Teilnahme an dem Pilotprojekt. Eingeführt werden soll die Tonne zum Januar 2011, an den Gebühren soll sich aber nichts ändern. „Wir sind die Ersten in Bayern, die eine Kommunale Wertstofftonne einführen“, freute sich Wiedemann.

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