Herrschinger Woche der Toleranz

Vielfältiger Kulturabend

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Herrsching – Zum „Grande Finale” der Herrschinger Woche der Toleranz hatte sich im Kurparkschlösschen ein buntes Publikum eingefunden:

Farbenprächtige Frauen aus Nigeria, junge Männer aus Eritrea, Familien aus Afghanistan und viele Vertreter bajuwarischer und sonstiger europäischer Volksgruppenverwandelten das große Kaminzimmer des Herrschinger Kurparkschlösschen in ein Wimmelbild der Kulturen. Das Programm war entsprechend vielfältig und bot von musikalischen Einlagen über wortgewitzte Sprachkunst bis zu Tanzeinlagen ein vollumfassendes Spektrum kultureller Vielfalt. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Initiatorin des Abends, Johanna Neubauer da Luz und Thomas Baier, die mit ihrem Improvisationstalent die unvermeidlichen Unwägbarkeiten eines solch abwechslungsreichen Abends galant umschifften. Der Münchner Lautenist Roman Bunka gab mit seinem arabischen Zupfinstrument, genannt „Oud“, den Auftakt. Seine filigrane Spieltechnik und der melodische Klang der Laute versetzte das Publikum in die Welt der arabischen Hochkultur, selbst die Kinder zog die Musik in den Bann.

Der aus der afghanischen Stadt Bamiyan stammende Mohamad und sein Vater Ahmed Jafari trommelten auf Tablas, einem nordindischen Schlaginstrument, und sagen dazu auf Farsi, der verbreitesten Sprache im an ihre Heimat angrenzenden persischen Raum. Dazu stieß der professionelle Flötenspieler Nader Baraksaj aus Herat, nahe der iranischen Grenze. Der Jugendliche Hassan Rezaei stieg mit einer traditionellen Tanznummer ein, die in ihrer Ausführung sehr feminin wirkte – und das ganz bewusst, ist doch die traditionelle Tanzkultur Afghanistans geprägt vom Rollenspiel mit geschlechtsspezifischen Stereotypen. Danach wurde es modern: Hassan ging in einer persischen Popnummer voll in seinen orientalischen rhythmisierenden Körperbewegungen auf.

Der Herrschinger Autor Hartmut Geerken lebte von 1972 bis zum Einmarsch der Sowjets 1979 in Kabul, wo er für das Goethe-Institut arbeitete. Aus dieser Zeit hat Geerken Geschichten zeitgenössischer Autoren gesammelt, die er in einem Buch zusammengefasst hat. Eine davon las er humorvoll und gewitzt vor.

Auch Faltsch Wagoni traten auf, mit ihrem Programm „deutsch ist dada“. Ein absolutes Highlight des Abends: Ihr Übergang zu dem John Lennon Klassiker „Imagine“ im Zusammenspiel mit Bunkas Oud und dem stimmfesten Publikum. kb

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