Das Herrschinger Johanniter-Haus feiert Zehnjähriges

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Herrsching –Kürzlich feierte das Johanniter-Haus in Herrsching bei einem Sommerfest seinen zehnten Geburtstag.

Vor einem Jahrzehnt zog auch Werner Moldenhauer in eine der situativen Wohnungen der Einrichtung. „Meine Studentenbude“, wie der rüstige 99-Jährige sein Zuhause nennt, und wo er bleiben könne, sollte er einmal pflegebedürftig werden. Zur gleichen Zeit bezog Ida Wilhelm eine benachbarte Zweizimmerwohnung mit dem „tollen Blick auf den Pilsensee und den Ammersee“. Sie waren damals zwei von 15 Bewohnern, für die mit dem Umzug ein neuer Lebensabschnitt begann. Im dreigeschossigen Gebäude leben unterdessen 86 Pflegebedürftige sowie rund 24 Senioren in barrierefreien oder situativen Wohnungen. Sie sind von 60 bis 107 Jahre alt und die meisten bereits auf Hilfe angewiesen, wenn sie ankommen, weiß Betreuerin Hannelore Doch. Die Gemeinderätin gehört seit 2007 dem Pflegeteam an und wechselte vom Büro-Job zur Arbeit mit Pflegebedürftigen. Sie sagt, man müsse sich „mit Haut und Haar auf die Menschen einlassen“. Und das wird an diesem strahlend schönen Nachmittag deutlich, wenn die Mitarbeiter im roten Johanniter-T-Shirt wiederholt aufspringen und ihre Schützlinge füttern oder ihnen beim Trinken helfen. Unterstützt werden sie heute von den vielen anwesenden Angehörigen. „Keiner sitzt alleine da“, freut sich Martina Eßbach, die vor vier Jahren die Leitung des Seniorenheimes übernahm. Die erfahrene Pflegerin und Einrichtungsleiterin genießt im Johanniter-Haus das „außergewöhnliche mitmenschliche Klima“. Eine zentrale Rolle spiele neben der individuellen Betreuung, dass die älteren Menschen im Gemeindeleben eingebunden würden. Dafür steht die Herrschinger Blaskapelle, die heute musikalisch den Ton angibt, genauso wie die Jaudesberger Trachtengruppe aus Breitbrunn, die die Besucher mit Tanz erfreut. Den Ökumenischen Gottesdienst gestalten Johanniter Landespfarrerin Andrea Wagner-Pinggéra, die evangelische Pfarrerin Katrin Hussmann und der katholische Pfarrer Konrad Wierzejewski. Professor Dietrich v. Schweinitz vom Johanniterorden lobt wie zuvor Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig und die Geschäftsführerin der Johanniter Seniorenhäuser Ruth Moser-Weikert die hier untergebrachte Kinderkrippe, die Jung und Alt räumlich vereint. Bürgermeister Christian Schiller greift in seiner Rede noch einen anderen Aspekt auf: Er freut sich über die vielen bekannten Gesichter unter den Ehrenamtlichen des Freundeskreises des Hauses. Die von einer hier Lebenden auf der Mundharmonika begleiteten Lieder „Bruder Jakob“ und „Tulpen aus Amsterdam“, zu dem die älteren Herrschaften Tulpen schwingen, eröffnet schließlich das herbeigesehnte Kuchenbuffet. mk

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