Erster Preis beim Schülerlandeswettbewerb

Herrschinger Schüler machen Film über Wartweiler Urgestein

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Die Sechstklässler der Christian-Morgenstern Mittelschule präsentieren stolz ihre Urkunden, die sie von Bürgermeister Christian Schiller für ihre historische Rechercheleistung erhielten.

Herrsching - 21 Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a der Christian-Morgenstern-Mittelschule in Herrsching am Ammersee haben es sich im Rahmen eines Schulprojektes zur Aufgabe gemacht, eine lokale Bereicherung für den Ort mit neuen historischen Erkenntnissen darzustellen. Dabei war es ihnen wichtig, gezielt eine bürgerliche Person aus der Region auszuwählen, um deren Leben und Wirken historisch zu beleuchten. Aufgrund des starken Migrationshintergrundes der Klasse sollte interaktiv gearbeitet, Neugierde geweckt, Geschichte vielseitig dargestellt und fachlich kompetent gearbeitet werden.

Das Ergebnis all dieser Bestrebungen ist ein sehr gelungener, filmisch umgesetzter Beitrag über „Die starke Frau von Wartaweil“, Gertrud Thyssen, Gründerin und Leiterin des Entbindungs- und Säuglingsheims Wartaweil. Der Film stellt nicht nur Gertuds Biographie, die Entstehung des Heims in Wartaweil und die damaligen Lebensumstände dar, sondern beleuchtet und hinterfragt auch die kritische Berichterstattung über die Lebensbedingungen der ehemaligen Heimkinder und die gesellschaftliche Haltung gegenüber alleinerziehenden oder unverheirateten Müttern sowie Mischehen damals und heute. 

Im Laufe des Projektes recherchierten die jungen Geschichtsschreiberinnen und Geschichtsschreiber im Stadtarchiv und auf dem Flohmarkt, nahmen Kontakt zur Wirkungsstätte in Wartaweil auf und konnten sogar ein aufschlussreiches Telefoninterview mit einer Zeitzeugin und Nachfahrin Gertud Thyssens, der Großnichte ihres Mannes, führen. Sie besuchten mehrere Erinnerungszeichen, die Gertrud-Thyssen-Straße, das heutige Jugendheim Wartaweil sowie Gertrud Thyssens Grabstätte, und stellten so Gegenwarts-, Lokal- und Alltagsbezug her. Durch das Interview mit der Großnichte konnte die Klasse sogar neue historische Erkenntnisse über Gertrud Thyssens Ehemann Hans Thyssen dokumentieren, über den bis dato trotz seiner Familienzugehörigkeit zum weltbekannten Thyssen-Konzern keinerlei Informationen zu finden sind. 

Der von den Schülern gemeinsam erarbeitete Beitrag erweitert nicht nur das ansässige Gemeindearchiv um wertvolle Recherchearbeiten und Informationen, sondern zeigt auf, was junge Geschichtsforscherinnen und Geschichtsforscher mit viel Motivation, Neugierde und fachlicher Kompetenz alles selbst entdecken können und wird deshalb mit dem ersten Preis des Schülerlandeswettbewerbs geehrt.

Am Donnerstag lud Bürgermeister Christian Schiller alle Schülerinnen und Schüler vor dem Herrschinger Rathaus ein um die besondere Auszeichnung zu würdigen. Alle bekamen eine Urkunde von der Schule und Bürgermeister Schiller überreichte einen Büchergutschein, wo sich jeder für die Sommerferien eine Lektüre selber aussuchen kann.

„Ein großes Lob an Euch! Tolle Leistung! Solch ein umfangreiches Projekt so umzusetzen und anschaulich darzustellen, das möchte ich Euch heute gerne persönlich sagen. Ich wünsche Euch eine wunderschöne Ferienzeit.“ Zudem bedankte er sich bei Klassenleiterin Juliane Weiß und Geschichtslehrer Stefan Stenzel, die das schulische Projekt ermöglichten. 

Von Kreisbote

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