Eine Attraktion am Ammersee weniger 

Herrschinger Sprungturm musste wegen Einsturzgefahr abgebaut werden

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Vom Sprungturm am Ende des Badesteges sind nur noch die Holzpfähle übrig

Herrsching – Die schlechte Nachricht zuerst: Seit einer guten Woche gibt es in Herrsching eine Attraktion weniger – der Sprungturm musste wegen Einsturzgefahr abgebaut werden. Dafür besteht die Chance, dass demnächst eine Badeinsel zum Ausruhen einlädt.

Ob der hölzerne Turm am Ende des 53 Meter langen Steges am Herrschinger Strandbad noch diesen Sommer wieder aufgebaut wird, steht in den Sternen. 2004 wurde die Attraktion nach Angaben von Axel Eckel von der technischen Bauverwaltung der Gemeinde auf Holzpfählen in den See gesetzt. Seither stürzten sich meist Jugendliche und mehr oder weniger Wagemutige in wilden Formationen oder mit zugekniffener Nase und Fußsohlen voran aus gut drei Metern Höhe in den Ammersee. In den ersten warmen Tagen kontrolliert der Herrschinger Bauhof jedes Jahr alle Bauwerke im Wasser und bessert bei Bedarf aus. Auch am Sprungturm seien regelmäßig Teile erneuert worden, so Eckel. Die nicht reparierbaren Schäden beförderte eine entsprechende Kontrolle am 22. Mai ans Tageslicht. Erst nahmen die Kontrollierenden das Werk mutwilliger Zerstörer ins Visier. „Oben am Schutzgelände waren Stäbe herausgebrochen“, berichtete Eckel. Bei genauerem Hinsehen entdeckten sie am Holzdeck und am Geländer marode Stellen. Daraufhin wurde ein Fachmann hinzugeholt – und der sah keine Möglichkeit mehr, den Sprungturm zu sanieren. Aus Sicherheitsgründen ließ die Gemeinde daraufhin zunächst die Treppe abbauen und Schilder mit der Aufschrift „Sprungturm wegen Einsturzgefahr gesperrt“ anbringen.

Verbotsschilder entfernt

Die Verbotsschilder entfernten Jugendliche aber kurzerhand wieder und kraxelten munter weiter auf die Plattform. Deshalb wurde der Sprungturm jetzt komplett abgebaut. Warum die Konstruktion erst so kurz vor Beginn der Badesaison überprüft wurde, erklärt Eckel mit der Witterung: „Eine Kontrolle im Herbst oder Frühling würde wenig Sinn machen, weil während dem Winter und auch noch im Frühling Frostschäden auftreten können.“ Immerhin: Der Schlösser- und Seenverwaltung und dem Landratsamt in Landsberg liegen bereits Anträge für einen Neubau vor. „Uns wurde eine zeitnahe Bearbeitung zugesagt“, sagte Bauamtsleiter Guido Finster und hofft, dass die Badeattraktion bis zum Spätsommer wieder an Ort und Stelle steht. Läuft alles nach Plan, dürfen sich die Herrschinger und die Badegäste bald über eine nagelneue Badeinsel freuen. Für 15 000 Euro ersetzt sie das längst verschwundene Holzkreuz, an das sich die Schwimmer am Seewinkel hängen konnten, um sich dort auszuruhen oder miteinander zu ratschen. Wolfgang Schneider hatte vor zwei Jahren für ein neues Holzkreuz plädiert. Dass jetzt weder Kreuz noch eine Badeplattform am Seewinkel vorhanden ist, verärgerte den SPD-Gemeinderat in der jüngsten Bauausschusssitzung. Auf seine Nachfrage, wann die Badeinsel endlich geliefert werde, gab Bürgermeister Christian Schiller einen Zeitraum von zwei Wochen an. Allerdings scheint der Hersteller ein Problem mit der Lieferung der Version mit Schwimmköpern aus Aluminium zu haben, so Schiller. Diese seien aber vorgeschrieben. „Wir wurden immer wieder vertröstet.“ Jetzt wird geprüft, ob doch die Variante mit Kunststoff-Schwimmern erlaubt ist, so Finster. Die sei auf Lager.

M. Kirner

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