Herrschinger Verkehrsdebatte geht in die nächste Runde

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Herrsching – Der Aufschrei vor ein paar Wochen war groß, als das Ingenieurbüro Kaulen den Herrschingern eröffnete, dass mit dem Verkehrskonzept auf der See- und Summerstraße 30 Parkplätze wegfallen (wir berichteten). Ein Rechenfehler, stellte sich unterdessen heraus, für den sich Verkehrsplaner Ralf Kaulen vergangene Woche in der Sondersitzung noch einmal entschuldigte.

Ein paar Parkplätze weniger seien es schon, gestand Bürgermeister Christian Schiller und gab irgendwie das Motto „Weniger ist mehr“ heraus, denn durch die Neuordnung und Kennzeichnung der Flächen könnten am Ende sogar mehr Abstellflächen für die Fahrzeuge entstehen. „Wir räumen damit auf, dass in einer Parkbucht für vier Autos, nicht mehr so geparkt wird, dass nur zwei oder drei Fahrzeuge Platz haben.“ Schilder mit „Parken nur auf gekennzeichnet Flächen“ sind die rechtliche Grundlage dafür, dass jeder, der sich beim Abstellen seines Fahrzeuges doch mehr Platz als notwendig gönnt, mit einem Knöllchen rechnen muss. Bis die Planung der beiden Straßenzüge stand, verging allerdings viel Zeit. Alleine der Arbeitskreis Verkehr beschäftigte sich drei Stunden mit der Thematik, man sprach mit Anliegern und holte die Gewerbetreibenden mit ins Boot. Die Maßnahmen, die sich dabei formierten und im Haushalt mit 100.000 Euro veranschlagt sind, seien keine baulichen Eingriffe, sondern lediglich provisorische, räumte Kaulen gleich im Vorfeld mögliche Missverständnisse aus. Das habe den Vorteil, dass man diese bei Bedarf korrigieren könnte. Ziel sei es, Fußgängern, Fahrzeugen, Radfahrern und den geparkten Autos jeweils genügend Raum zu geben. Etwa indem an der Seestraße parken nur noch auf einer Seite möglich ist und die markierten Längsparkstreifen stellenweise mit Pflanzkübeln eingefasst sind. Auch eine Verengung als Querungshilfe für Fußgänger ist geplant. Sogenannte Baumtore, also an Kreuzungen auf der Fahrbahn und jeweils rechts und links gepflanzte Bäume, sollen den Autofahrer abbremsen. In der Rudolf-Hanauer-Straße gilt eine rechts-vor-links-Regelung. Die aktuell beim Café Granich situierten Parkplätze kommen weg und sind weiter nördlich vorgesehen. An ihrer Stelle soll der Bus halten. Die Parkmöglichkeiten vor der Konditorei und dem Energiewendeverein wiederum werden vor das Eiscafé Riva verlegt. Werner Odemer (SPD) regte an, einen Parkplatz für Radlständer aufzugeben, was aber die Mehrheit im Gremium ablehnte. In der Summerstraße verändert sich wenig. Nur die Bushaltestelle gleich nach der Kurve in Sichtweite des Dampferstegs auf der Seestraße ist neu sowie Baumtore, Pflanzenkübel und gekennzeichnete Stellplätze. Rechts vor links komme wegen der Busse nicht in Frage, betonte der Planer. „Die müssten sonst ständig anhalten.“ Die veranschlagten Kosten für die Seestraße liegen zwischen 40.000 und 63.000 Euro und für die Summerstraße zwischen 36.000 und 60.000 Euro. Der Beschluss war einstimmig – und der Startschuss für ein weiteres Ziel, das der Rathauschef anpeilt: Mit der Umstrukturierung könnte „jenseits und diesseits der Staatsstraße“ eine 30er-Zone eingerichtet werden.mk

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