Aus für Herrschings Dreifach-Turnhalle: 1000 Schüler betroffen

"Da geht viel Zeit vom Unterricht verloren"

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So eine Dreifachturnhalle wird es in Herrsching nun nicht geben. (Symbolfoto)

Herrsching – Ein vorläufiges Aus für die geplante Dreifach-Turnhalle an der Realschule in Herrsching sorgte allgemein für Entsetzen. Nachdem über Jahre alle Hürden genommen wurden, zog der Tennisplatzbetreiber seine Zusage zurück, den notwendigen Grund dafür abzutreten. Die Blockade trifft rund 1000 Schüler.

Bereits 2014 hatten sich die Verbandsräte des Zweckverbandes weiterführende Schulen im westlichen Landkreis für den Abriss der bestehenden Eineinviertel-Turnhalle an der Realschule Herrsching ausgesprochen und den Neubau einer Dreifachhalle favorisiert. „Es waren sehr viele Hürden zu überwinden, bevor wir die Genehmigung bekommen haben“, erklärte Geschäftsführer Stefan Amon auf Anfrage. Unter anderem war die hohe Verschuldung des Zweckverbandes (knapp 20 Millionen Euro) mit ein Grund, dem etwa sieben Millionen teuren Neubau die Genehmigung zu versagen. „Wir hatten sehr viele Gespräche deswegen mit dem Landratsamt Starnberg. Die Notwendigkeit wurde schließlich eingesehen und da zudem die Zinsen für Kredite günstig waren, wurde 2016 die Genehmigung für den Neubau erteilt.

Zusage wurde zurückgezogen

Auch die Schulaufsicht hatte nun nichts mehr einzuwenden, so dass wir grünes Licht geben konnten.“ Immerhin kann der Zweckverband mit staatlichen Zuwendungen der förderungswürdigen Kosten rechnen, was ungefähr ein Drittel der Baukosten ausmacht. Am meisten freute sich Realschul-Leiterin Rita Menzel-Stuck. „Seit Jahren müssen unsere Kinder mit dem Schulbus zum Turnunterricht nach Hechendorf oder in die Mittelschule in Herrsching fahren. Da geht sehr viel Zeit vom Unterricht verloren.“ Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. In der Verbandsversammlung am Donnerstag teilte Amon mit, dass der Betreiber des angrenzenden Tennisplatzes seine Zusage zurückgezogen hat. „Es war ausgemacht, dass er uns das an die Schule angrenzende Grundstück verkauft. Dabei geht im nur ein Tennisplatz verloren. Jetzt macht er die Zusage von einer Entscheidung in der Gemeinde Inning abhängig.“ Dort wolle er laut Amon für ein Grundstück eine baurechtliche Genehmigung und so lange er diese nicht erhält, sei er auch nicht bereit, der Schule das Herrschinger Grundstück zur Verfügung zu stellen. Ein Vorhaben, das rechtlich fragwürdig ist, da es sich dabei um ein so genannten Koppelungsgeschäft, Baugenehmigung gegen Grundstück, handelt. „Uns sind jetzt die Hände gebunden und wir wissen auch nicht, wie es weitergeht“, betonte Amon. Auch im Gremium rührte sich deutlicher Unmut. Unter anderem sagte Menzel-Stuck: „Ich bin sehr enttäuscht und auch frustriert, dass hier jemand seine privaten Interessen auf dem Rücken der Schüler austrägt. Nächstes Jahr feiern wir 50-Jähriges Bestehen. Dieses wollten wir bereits in der neuen Turnhalle feiern.“

Von Polly Polster

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