Herrschings Gemeinderäte diskutieren über Einsatz eines Sicherheitsdienstes am Seeufer

Zwischen Idyll und Vandalismus

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In Herrsching ist der Uferbereich ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Doch lieder geht es nicht immer so friedlich zu wie auf dem Foto. Der Gemeinderat sucht nach Lösungen.

Herrsching – Die Seepromenade in Herrsching gehört nicht nur zu den längsten Deutschlands, sondern der Bereich am Ammersee ist auch ein beliebter Treffpunkt für alle Generationen. Hier stößt ein Pärchen mit Blick auf die untergehende Sonne mit einem Glas Rotwein an, dort füllen ein paar Zwerge in stoischer Ruhe ihre Eimer mit Wasser und schütten es wieder aus und weiter drüben lassen ein paar Jugendliche den Schulnachmittag kichernd auf einer Bank ausklingen.

So friedlich geht es aber nicht immer zu, wie die Vergangenheit und die Gegenwart immer wieder zeigen: Regelmäßig ziehen Vandalen durch die gemeindliche Grünanlage im Uferbereich und zerstören willkürlich Skulpturen, beschmieren Wände und randalieren in den Toiletten. In Amtssprache nennt sich das „Sachbeschädigung“ – was zu einem Alkoholverbot im gemeindeeigenen Areal am See und einer Videoüberwachung am Bahnhof führte. Außerdem patrouilliert der Sicherheitsdienst „Pallas Secure“ seit ein paar Jahren zwischen Seespitz und Jahnstraße sowie an der Skateranlage an unterschiedlichen Tagen von 12 bis 24 Uhr. Die Kosten belaufen sich mittlerweile auf 42.800 Euro. Stefan Hartl trug in der jüngsten Gemeinderatssitzung eine Zusammenfassung über ihren Einsatz vor. Der Streifenleiter berichtete von herausgerissenen Rauchmeldern und vorsätzlich verstopften Toiletten. Alles in allem verliefen die Einsätze aber einigermaßen ruhig: Ein paar Hausverbote mussten ausgesprochen und vereinzelt die Polizei hinzugezogen werden. „Wenn wir sie gerufen haben, waren sie schnell da“, lobte Hartl die Beamten.

Der Sicherheitsdienst selber sei nicht über eine Notrufnummer erreichbar. „Sonst werden wir zu jeder Tages- und Nachtzeit angerufen.“ Christiane Gruber (BGH) äußerte sich kritisch bezüglich der nach ihren Worten „Schlagstöcke und Handschellen“ der Sicherheitsleute. „Das sind keine Schlagstöcke, sondern Taschenlampen“, erklärte Hartl. Taschenlampen bräuchte man im Dunkeln und die Handschellen müssten sie dabei haben, falls sie jemanden dingfest machen müssten. Gruber hatte sich bereits in der Vergangenheit kritisch über die Einsatzkräfte geäußert und hakte nach: Ob man sie wirklich schon ab Mittag brauche? Schließlich sei nichts mehr gewesen. An dieser Stelle schaltete sich Bürgermeister Christian Schiller ein: „Vor drei Jahren nach dem Schulabschluss hatten wir Probleme mit Gruppen, die Bier und härtere Alkoholgetränke dabei hatten und teilweise mit den Flaschen nach Passanten warfen. Der Sicherheitsdienst zeigt jetzt endlich Wirkung.“ Laut wird deshalb darüber nachgedacht, die Tour noch auf den Bahnhof auszuweiten, der bislang nicht Teil des Vertrags ist.

Zukunftswerkstatt für Gemeinde-Grünanlagen

Bezüglich der schwierigen Situation in der Grünanlage hatte sich im Mai ein runder Tisch mit unter anderen dem Sicherheitsdienst, der Polizei, dem Jugendbeirat, dem TSV Herrsching, dem Seniorenbeirat sowie Bürgermeister Schiller und seine Stellvertreter sowie einiger Gemeinderäte mit der künftigen Nutzung beschäftigt. Gemeindejugendpfleger Christian Kreilkamp fasste die Lösungsvorschläge zusammen. Darunter waren der Bedarf von mehr Mülltonnen, einem vierteljährlichen Rama Dama, zusätzlicher Beleuchtung, kreativen Schildern als Aufklärung und mit Positivformulierungen oder ein Arbeitskreis „Motivation allgemein Fördern“. Auch Festivals wie ein „Street Festival“ wurden angeregt. Im Raum stehen 5000 Euro zur Realisierung der Ergebnisse vom runden Tisch. 

Von Michele Kirner

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