Vizebürgermeisterin ist Christina Reich (CSU)

Herrschings Gemeinderat kann loslegen

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Herrschings neue Gemeinderäte können loslegen.

Herrsching – Die konstituierende Sitzung in Herrsching der neuen Gemeinderäte stand ganz im Zeichen Coronas: Die Sitzungsteilnehmer in der Nikolaushalle hielten Abstand, die Grünen verteilten einen Mundschutz in ihrer Parteifarbe und auf Bürgermeister Christian Schillers Maske prangte "Herrsching am Ammersee". In drei Stunden stellte die Ratsrunde am Montag das neue Gremium auf, bestimmte die Ausschüsse, die zukünftigen Vertreter des Bürgermeisters und vergab die Referate. Vorher mussten allerdings die Fraktionsvertreter und der alte und neue Bürgermeister eingeschworen werden – ein feierlicher Akt in der Turnhalle, den die Zuschauer in gebührendem Abstand verfolgten.

Als Vize entschieden sich die 24 Gemeinderäte und der Bürgermeister wieder für Christina Reich (CSU), die allerdings mit Wolfgang Schneider (SPD) ernstzunehmende Konkurrenz bekam, der mit 13 zu 12 Stimmen gänzlich knapp durchfiel. Aber leer ging Schneider nicht aus: Mit 21 Stimmen wählten ihn die Gemeinderäte ins Amt des dritten Bürgermeisters. Damit löst der Herrschinger Hans-Jürgen Böckelmann (Grüne) ab, der nicht mehr angetreten ist. 

Ein Sitzungspunkt behandelte die Sitzordnung an dem runden Tisch, die von links gesehen mit den sieben Grünen Ratsmitgliedern beginnt. Als Nachbarn folgen der Umweltpartei erst die drei SPD-Männer, dann die vier aus der Reihe der Bürgergemeinschaft Herrsching und die zwei FDP-Mitglieder. Die acht CSU-Leute schließen die Ratsrunde wortwörtlich ab, in deren Mitte der Rathauschef und die jeweils an der Sitzung teilnehmenden Verwaltungsmitarbeiter sitzen. Alles wie gehabt in der vergangenen Amtsperiode also – aber neu ist die Zusammensetzung Vater und Sohn Schiller, nachdem Valentin Schiller (20) für die Grünen ins Rennen ging und "überraschenderweise", wie der 20-Jährige vor der Sitzung gesteht, gewählt wurde. Da könnte die Diskussion vom Ratstisch direkt an den häuslichen Küchentisch verlagert werden, ahnt man. "Bis jetzt noch nicht", sagt Schiller. Über den Ablauf der ersten Sitzung habe er allerdings im Vorfeld mit ihm gesprochen. Die neu vereidigten Räte legten an diesem Abend auch das Sitzungsgeld auf – wieder wie gehabt - 40 Euro fest. Für EDV-relevante Ausgaben erhalten die 24 Ratsmitglieder eine jährlich ausgeschüttete Technikpauschale von 240 Euro. 

Die Geschäftsordnung sieht bislang wieder den Bauausschuss mit acht Fraktionsvertretern vor. Wird am 25. Mai dem Antrag der Grünen stattgegeben, steuern in Zukunft zehn Männer beziehungsweise Frauen die Bautätigkeit in der Gemeinde. "Mit zehn Mitgliedern wird das Stimmen-Ergebnis der Kommunalwahl 2020 angemessener repräsentiert", argumentieren die Grünen für einen vergrößerten Ausschuss. Auch die CSU beantragte eine geänderte Geschäftsordnung der Ausschüsse. Unter anderem möchten sie der Verwaltung in Bausachen bis zu einer noch zu bestimmenden Wertgrenze mehr Verantwortung an die Hand geben. "Das käme dem Bürger zugute", so Schiller, denn damit müssten bestimmte Vorhaben nicht erst durch den Bauausschuss laufen, sondern könnten im Rathaus nach Paragraph 34, der sich an der umliegenden Bebauung orientiert, sofort bearbeitet werden. Auch dieser Antrag wird Ende Mai beschlossen.

Mitglieder des Bau-, Umwelt- und Infrastrukturausschuss: Für die CSU Michael Bicheltsrieder, Hubertus Höck, Thomas Bader, Ludwig Darchinger, Roland Lübeck und Fromuth Heene. Für die Grünen Christoph Welch, Gertraud Köhl, Wolfgang Darchinger und Hans-Jürgen Böckelmann. Für die BGH/FW Christiane Gruber und Dr. Rainer Guggenberger. Für die SPD Wolfgang Schneider und Ulrich Sigl. Für die FDP Johannes Puntsch und Alexander Keim. 

Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses: Vorsitzende Anke Rasmussen (Grüne), stellv. Vorsitzender Hubertus Höck (CSU). Für die CSU Hannelore Doch und Hubertus Höck. Für die Grünen Anke Rasmussen und Valentin Schiller. Für die BGH/FW: Claudia von Hirschfeld und Christiane Gruber. Für die SPD: Hans-Hermann Weinen und Wolfgang Schneider. Für die FDP Alexander Keim und Johannes Puntsch. DieReferate gehen an Hans-Hermann Weinen (Kultur), Wolfgang Schneider (Ferienprogramm), Michael Bischeltsrieder (Bau), Leo Gruber (Jugend und kommunale Grünanlage), Claudia von Hirschfeld (Schulen), Christoph Welsch (Tourismus), Christina Reich (Soziales), Thomas Bader (Feuerwehren), Anke Rasmussen (Umwelt), Ludwig Darchinger (Kommunale Liegenschaften), Wolfgang Darchinger (Straße und Verkehr), Hannelore Doch (Integration), Christiane Gruber (Agenda), Gerd Mulert (Kommunalunternehmen), Hand-Jürgen Böckelmann (Partnerschaften), Dr. Rainer Guggenberger (ÖPNV), Gertraud Köhl (Senioren und Behinderte), Alexander Keim (Digitalisierung), Valentin Schiller (Sport/Vereine).

Von Michele Kirner

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