Hochstadter Stier

„Poesie ist ökonomisch“

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Hochstadt – Zum fünften Mal in Folge war am vergangenen Wochenende in Hochstadt der Lyrik-Stier los.

Und wieder einmal Mal machte der Dichter, Turmschreiber und Herausgeber der buchstarken Zeitschrift „Das Gedicht“ Anton G. Leitner den Gasthof Schuster zum Zentrum der Realpoesie. „Poesie ist ökonomisch“, stellt der diesjährige Mentor Michael Augustin fest. Spar-sam ist sie, verschwendet kein Wort, kommt zielstrebig auf den Punkt. Kein Wort zu viel, kein Wort zu wenig. Ökonomisch auch sein Blick auf Gereimtes: „Inbegriff der Poesie, sagt der Dichter, ist für mich das Wort Sandstrand. Es reimt sich von selbst und knirscht zwischen den Zähnen.“ Aus ganz Deutschland und Kanada waren die Teilnehmer des Wettbewerbs angereist, brüteten unter dem Motto „Reiserouten und Lebenswege“ ein Wochenende lang unter professioneller Aufsicht über ihrer Reisevarian-te. Was dabei herauskam knirschte keineswegs zwischen den Zähnen. Lyrisch hoben 22 Dichter ab, flogen über die Alpen, streiften das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Liebesbeziehungen, den Vorruhestand oder das Abenteuer eines ersten Schultages, landeten wieder im Fünfseenland, wo Publikum und Jury einen Sieger wählten. Einstimmig entschieden sich die unabhängigen Literatur-Experten Melanie Arzenheimer (Lyrikerin und Journalistin), Erich Jooß (Lyriker und früherer Direktor und Verleger des Sankt Michaelsbun-des) und Ludwig Steinherr (Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste) für ein Gedicht, so Jooß, das sich im Arbeitsprozess verändert hat, literarisch strukturiert ist und mit vielen Bezügen arbeitet: also für „Über die Alpen“ von Uta Regoli. Seit 45 Jahren lebt die Deutsch-Holländerin in Kanada und hat dort die deutsche Sprache entdeckt. Die vergangenen Jahre verpasste sie kein Seminar, nahm an allen Wettbewerben teil und stand heuer das erste Mal auf dem Podest. Publikums-Liebling wurde Peter Borjans-Heuser aus Duisburg, der mit einem Reisebericht über Dr. Stroh für Heiterkeit im voll besetzten Saal sorgte. Jener, so erfuhren die Zuschauer am Ende seines Mehrzeilers, „bleibt schön zu Hause, wo er Caprifischer singt und ein Jahr fast ohne Pause sich zu guter Laune zwingt.“ Ohne Frage gut gelaunt waren auch Anna Voltz und Gerti Heufelder, die den dritten und zweiten Platz belegten. Die beiden ersten Preise, Bronzeskulp-turen des Künstlers Vincent Mitzev, stifteten der Gasthof Schuster und der Anton G. Leitner Verlag. Am 25. Januar 2014, soviel steht jetzt schon fest, dichten die Lyriker am 6. Hochstadter Stier rund um „Lieben, loben, preisen“. Michèle Kirner

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