Hochwasser: Die Lage entspannt sich

Nur sehr langsam geht das Wasser zurück – weiß das Wasserwirtschaftsamt Weilheim und die Kreisbrandinspektion Starnberg. Auch 1999 zogen rund vier Wochen ins Land bis das Hochwasser überstanden war. So lange herrscht für den Starnberger See Meldestufe 1. Foto: Puls

Die prophezeiten Niederschläge sind ausgeblieben, noch größere Überschwemmungen vorerst auch. Die Hochwasserlage an den Seen und Flüssen im Landkreis entspannt sich, wenn auch nur sehr langsam. Die Wetteraussichten für die nächsten Tage lassen alle Hochwassergeschädigten zwischen Ammersee, Starnberger See und dem Würmtal aufatmen: Es soll nicht mehr regnen, im Gegenteil. Meteorlogen erwarten steigende Temperaturen und wieder Sonnenschein.

Der von den Wetterdiensten angekündigte Dauerregen für das vergangene Wochenende ist ausgeblieben – zum Glück. Und deshalb musste auch nicht die Kreiseinsatzzentrale im Landratsamt zusammenkommen. Wie noch eine Woche zuvor, als Straßen gesperrt, Ortsumfahrungen eingerichtet und das Leerpumpen zahlreicher Keller organisiert werden mussten. Feuerwehr und Polizei seien laut Kreissprecher Stefan Diebl jederzeit einsatzbereit. Trotz vorsichtiger Entwarnung bleibt die Lage aber kritisch. Allein der Starnberger See ist randvoll. Lediglich die Würm ist einziger Abfluss. Dafür gibt’s allerhand Zuläufe: Die Osterseen, Lüß- und Georgenbach. Auch über das Grundwasser wird der Starnberger See gespeist. Der Pegel steht derzeit bei 585,03 Meter über Normalnull. Kritisch wird’s bei einer Messung jenseits von 585,12, so das Weilheimer Wasserwirtschaftsamt. Das wären 1,60 Meter mehr als normal. Spätestens dann seien auch abseits gelegene Grundstücke, Keller und Tiefgarage von Überschwemmung gefährdet. Denn mit dem Pegel des Sees steigt auch das Grundwasser. Zum letzten Mal hatten die Starnberger 1965 mit derartigen Wassermassen zu kämpfen. Das Landratsamt warnt alle Badegäste vor den Gefahren des Hochwassers. So etwa beim gewagten Hechtsprung vom Badesteg wie im Erholungsgelände Percha. Durch den hohen Wasserstand sind die teilweise überstehenden Unterkonstruktionen oder Treppen an den Steganlagen nicht zu erkennen – ein erhebliches Unfallrisiko. Die Stadt Starnberg informiert täglich auf ihrer Homepage www.starnberg.de über die aktuelle Hochwassersituation. So bleibt der Strandbadbetrieb im Starnberger Wasserpark derzeit stark eingeschränkt. Bereiche wie Stege, der Spielplatz und rund zwei Drittel der Liegefläche sind nicht nutzbar. Ein Zugang zum See ist momentan aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Dagegen läuft der Schwimmhallen- und Saunabetrieb uneingeschränkt weiter. Auch der Wasserpark selbst ist momentan nur begrenzt über die Dampfschiffstraße zu errei- chen; die Parkplätze vor dem Wasserpark bleiben wegen Überflutung gesperrt. In Absprache mit der Kreisbehörde stehen Teile der Festwiese zum Parken zur Verfügung. Während die Schifffahrt auf dem Starnberger See bis Freitag nur drei Mal pro Tag (legt nur in Tutzing an) verkehrt, gibt es auf dem Ammersee trotz Hochwasser keine Einschränkungen im Fahrplan. Das Problem auf dem Starnberger See sind die zu niedrigen Anlegestege, die aktuell Großteils noch überflutet sind. Aufatmen auch in den Würmtalgemeinden. In Planegg musste die Feuerwehr am vergangenen Wochenende kein einziges Mal ausrücken. Das war vor einer Woche noch ganz anders, als auch die Wehren von Gauting, Krailling und Gräfelfing mehr oder weniger im Dauereinsatz waren. Dennoch: In Leutstetten herrscht nach wie vor Meldestufe 3. Der Starnberger See wurde verglei- chsweise „nur“ mit der Meldekategorie 1 eingestuft. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim warnte dennoch am Montag, erneute Niederschläge könnten binnen weniger Stunden zu einem Wiederanstieg der Pegelstände führen. Einen eindringlichen Appell richtete schließlich der Pressesprecher der Kreisbrandinspektion Starnberg, Anton Graf, die Mulden, mit denen die Wassermenge der Würm notfalls gesenkt werden kann, geschlossen zu halten. „Wenn wir diese öffnen, können wir bis zu zehn Zentimeter Wasser aus der Würm nehmen“, schilderte Graf. Die Mulden wurden geschlossen, damit bei Pegelanstieg die Wiesen absichtlich geflutet werden können. „Das hat dann Auswirkungen bis nach München.“

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