Tutzing: Hotelbetreiberin wegen führerscheinloser Fahrten eines Angestellten vor Gericht

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Tutzing – Weil eine 57-jährige Fahrzeughalterin aus Tutzing es im Juli beziehungsweise September 2015 zugelassen haben soll, dass einer ihrer Angestellten ohne Führerschein ihr Auto benutzte, musste sich die Hotelbetreiberin nun vor Gericht verantworten. Wegen der illegalen Fahrten angezeigt worden war zunächst der damals bei ihr Beschäftigte.

Zwei andere frühere Mitarbeiter wollten den Mann bei zwei verschiedenen Gelegenheiten auf Tutzinger Straßen mit dem Wagen der Chefin gesehen haben, weshalb ihr nun auch das Delikt „Anordnen oder Zulassen des Fahrens ohne Fahr-Erlaubnis“ zu Last gelegt wurde. „Das Auto war zu dem Zeitpunkt gar nicht auf mich zugelassen“, erklärte die Tutzingerin zunächst. Wie sich herausstellte, traf diese Aussage nur für die angebliche Fahrt im Juli 2015 zu - ab 10.August 2015 war es jedoch auf ihren Namen gelaufen. Tatsächlich genutzt hatte den Wagen vorher und nachher ihr Lebensgefährte, der als Zeuge aussagte, er hätte sich das Auto selber nicht mehr leisten können, daher die Ummeldung auf die Freundin. Die führerscheinlosen Fahrten mit dem Auto waren allerdings nicht ihm, son-dern dem damaligen Angestellten angekreidet worden: „Morgens zwischen fünf und sechs Uhr“ will ein anderer Ex-Beschäftigter des Hotels diesen im September 2015 am Steuer gesichtet haben – eine Aussage, die wiederum die Angeklagte als einen weiteren von mehreren Racheakten deutete. Der Zeuge der angeblichen September-Fahrt wie auch jener der Juli-Fahrt waren wegen Mietrückständen von ihr gekündigt worden: „Es hat immer nur Ärger gegeben, und die mochten den Anderen nicht“, so die 57-Jährige: Nach Meinung des einen Belastungszeugen soll der Angestellte dessen Motorroller bei einer früheren Gelegenheit im See versenkt haben. Der Partner der Hotelchefin sagte aus, die beiden Fahrten des angeschwärzten Führerscheinlosen könne es schon deshalb gar nicht gegeben haben, „weil ich dieses Auto ständig selber gefahren bin und die beiden Schlüssel dafür stets bei mir waren.“ Der 66-Jährige Rentner fügte hinzu: „Da hätte er schon in meine Wohnung eindringen müssen, weil er sonst nicht an die Schlüssel heran gekommen wäre.“ Der Zeuge der angeblichen morgendlichen Fahrt des Angestellten („Er sagte, er wolle zu seiner Freundin“) behauptete indes, der Rentner habe damals seinen Autoschlüssel „öfter mal liegen lassen, zum Beispiel an der Hotel-Rezeption“. Für die Staatsanwaltschaft kam ein Freispruch ohne Anhörung des Fahrers ohne Fahr-Erlaubnis“ nicht in Frage: Dieser hatte zum Entsetzen seiner Ex-Chefin auch noch den eigenen Strafbefehl akzeptiert. Das Verfahren gegen die Tutzingerin wurde mit Einverständnis aller Beteiligten gegen Zahlung von 500 Euro eingestellt. mps

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