"Ich bin richtig geschockt"

Für viele völlig überraschend hat das Verwaltungsgericht München nun dem geplanten Mobilfunk am Königsberg grünes Licht gegeben. „Sobald die Urteilsbegründung da ist, gehen wir in Berufung“, sagt Innings Bürgermeister Werner Röslmair.

Bei der in Augenscheinnahme im August vorigen Jahres hat Vorsitzender Richter Volker Berberich durchaus den Eindruck gemacht, er versteht die Sorgen der Bürgerinitiative „Kein Mobilfunk am Königsberg“. Diese wehrt sich seit Jahren gegen einen Mobilfunkturm am Königsberg, der ursprünglich 60 Meter, in abgespeckter Form 32 Meter hoch werden soll. Wie berichtet, hatte die Breitbrunner Initiative entsprechende Alternativen zum Königsberg unterbreitet. „Der Richter war so verständnisvoll und hat auch signalisiert, dass eine Alternative besser ist, als der Standort Königsberg“, sagte Gertraud Köhl von der Initiative auf Anfrage. „Dass er sich jetzt um hundert Prozent gedreht hat, ist für mich unverständlich.“ Zumal es seit dem Termin im August keine neuen Argumente gibt, die ein Urteil pro Königsberg rechtfertige. „Ich bin richtiggehend geschockt“, sagt Getraud Köhl. Ähnlich reagierte Innings Bürgermeister Werner Röslmair. Da der geplante E-Plus-Standort auf Schlagenhofener Flur liegt, ist Inning zuständig für das Verfahren. „Wir müssen zwar erst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten. Es steht aber jetzt schon fest, dass wir in Berufung gehen werden.“ Für Röslmair nicht nachvollziehbar ist, weshalb die alternative Lösung Andechs plötzlich unter dem Mäntelchen des Denkmalschutzes als nicht machbar hingestellt wird. „Am Klosterareal stehen bereits sieben Antennen. Es braucht lediglich drei zusätzliche Schüsseln als Richtfunk für E-Plus. Die stören bestimmt nicht.“ Zumal man sie farblich angepasst unter Gauben verstecken könnte. Unverständlich für den Rathauschef sei außerdem die Begründung des Richters, dass der Funkturm am Daxberg in Inning technisch nicht in Frage kommt. Bei dem Areal handelt es sich um ein Gemeindegrundstück direkt an der Autobahn München-Lindau. Pächter ist das Unternehmen Vodafon, das sich den 46 Meter hohen Turm bereits mit Telekom, O2 und E-Plus teilt. „Erst in jüngster Zeit wurde der Funkturm aufgerüstet. Ein Gutachter hat festgestellt, wenn er auf 49 Meter hochgezogen wird, dass er sich dann durchaus als Richtfunk für die geplante Erweiterung des Mobilfunknetzes eignet“, erklärt Röslmair. „Der Standort Daxberg ist allemal besser als der Königsberg. Dort ragt nämlich der geplante Mobilfunkturm bis zu 17 Metern aus dem Wald heraus und ist somit weithin sichtbar.“

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