"Ich bin schockiert"

An der von-der-TannStraße herrscht vor allem am Morgen Wild-West: Da rasen Berufsschüler im Kampf um einen der immer noch zu wenig vorhandenen Parkplätze durch das Wohngebiet – da werden Rad fahrende Schulkinder mit zu wenig Sicherheitsabstand überholt und lange „Schlangen“ parkender Autos verursachen gefährlichen Rangierverkehr. Zusätzlich belastet wird die quasi nur „einspurig“ zu befahrene Straße durch Autofahrer, die sie als „Schleichweg“ benutzen. Nun haben die Starnberger Stadträte auf die Schreiben von zwei Anliegern reagiert: Einstimmig beschlossen sie einen Verkehrsplaner zu beauftragen, die Parkplatzsituation besser und sicherer zu gestalten sowie mit einem Messgerät die erlaubten 30 km/h zu überwachen. Außerdem will die Stadt mit dem Landkreis sprechen, um generell die Parkplatzsituation für die Berufsschüler zu verbessern.

Eigentlich hatte es im Hauptausschuss anfangs so ausgesehen, als ob sich an der herrschenden Verkehrssituation gar nichts ändern könnte. Augustin Ullmann vom Amt für Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Rathaus machte deutlich, warum: „Wenn man ein absolutes Halteverbot verhängt, wird wieder schneller gefahren, was die Gefährdung erhöht “, so der Rathausmitarbeiter. Seine Empfehlung angesichts dieses Dilemmas. Lieber das „kleinere Übel“ zu wählen: Die autofreien Strecken nicht auszuweiten und lieber die Ausweichmanöver in Kauf zu nehmen. Andere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation konnte er sich nicht vorstellen. Den Vorschlag von Klaus Rieskamp, eine reine Anliegerstraße auszuweisen, hielt Ullmann für nicht kontrollierbar. Nur die Polizei dürfe überwachen und außerdem könne sich jeder Autofahrer heraus reden, in dem er behaupte etwas in der Schule abgeben zu müssen. Die gefährliche Verkehrssituation an der von-der-Tann-Starße einfach so zu belassen, wollten die Stadträte allerdings ganz und gar nicht. „Ich bin schockiert, wie gefährlich die Situation morgens um 7.30 Uhr ist“, warf Heike Barall-Quiring (FDP) ein. Dabei stufte sie nicht die Schnelligkeit der Autofahrer als gefährlich ein, sondern deren riskantes Überholen von radelnden Schulkindern. Sie konnte nicht einsehen, dass auf der einen Seite immer davon geredet wird, Schüler sollten selbst mit dem Rad zu Schule fahren und nicht mit dem Auto vorgefahren werden und man auf der anderen Seite alles so belassen wolle. „Die Straße ist für viele Schüler der tägliche Radweg“, so die Liberale. Von einem generellen Halteverbot hielt Hans Beigel (UWG) nichts: „Da machen wir nur wieder das nächste Fass auf“, sagte er und bestätigte die Tatsache aus eigener Erfahrung, dass bei „freier Strecke“ wieder schneller gefahren wird. Er forderte einen Verkehrsplaner zu beauftragen, um einen „Park-Belegungsplan“ auszuarbeiten. Ebenfalls für eine übersichtlichere Gestaltung sprach sich Martina Neubauer (Grüne) aus:„Ich bin ungern für einen Schnellschuss.“ Adi Herrmann von der Bürgerliste machte unmissverständlich klar, wer für das Verkehrschaos verantwortlich ist: „Das Hauptproblem ist die Berufsschule und ihre Schüler.“ Die Raser seien die Berufsschüler im Kampf um die zu wenigen Parkplätze. Da könne auch ein Planer nichts machen. Er forderte die Parkplatzsituation der Berufsschule zu entzerren. Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger schlug daraufhin vor, mit dem Landkreis Verhandlungen aufzunehmen, um den Parkverkehr der immer größer werdenden Berufsschule in den Griff zu bekommen. Er konnte sich hier den Bau eines Parkdecks vorstellen.

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