"Ich bin zu wenig präsent"

Die neue CSU-Vorstandschaft in Gilching: (v.l.) Stefan Neumaier, Paul Vogl und Harald Schwab. Foto: Polster

Der Wechsel ist vollzogen. Nach acht Jahren im Amt übergab Martin Fink den CSU-Vorsitz in Gilching an den 49-jährigen Paul Vogl.

Eine Vielzahl von Ehrenämtern habe ihn dazu bewegt, das Amt des Vorsitzenden an einen Jüngeren zu übergeben, der sich mehr als er um den Ortsverband kümmern kann, erklärte Martin Fink am Mittwoch auf der CSU-Jahresversammlung im Freizeitheim Geisenbrunn. „Obwohl mein Herzblut am Ortsverband hängt, ich bin aber zu wenig präsent. Es warten viele Aufgaben auf uns, deshalb brauchen wir einen Vorsitzenden der sich voll reinhängen kann“, betonte der 61-Jährige. Rückblickend zählte Fink diverse Anträge auf, „von denen im Gemeinderat die meisten durchgegangen sind“. In der Überprüfungsphase sei derzeit noch der beantragte Lärmschutzwall entlang der Autobahn München-Lindau auf Höhe von St. Gilgen. „Ich bin aber überzeugt, dass er kommen wird“, sagte Fink. Zum Abschied lobte Paul Vogl das Engagement des scheidenden Vorsitzenden und überreichte ihm, „weil er ja jetzt mehr Zeit zur Verfügung hat“, einen in Naturstein gehaltenen bayerischen Löwen und zum Anmalen entsprechend Farben und Pinsel. Er räumte zudem ein: „Ich, als Dein Nachfolger, werde es nicht leicht haben.“ Manfred Herz übernahm die Berichte aus dem Gemeinderat. Dabei begründete er noch einmal den Ausstieg aus dem Aldi-Projekt, unter anderem mit der Erklärung, dass eine Ausweitung des Gewerbegebiets Süd „zum Wohle der Gilchinger Bürger“ nicht in Frage kommt. Für Altbürgermeister Heinrich Will unverständlich. Seiner Meinung nach haben sowohl die CSU als auch der Gemeinderat den Fall Aldi falsch aufgezogen. „Es wird bitter, wenn nun Gauting das Aldi-Logistikzentrum alleine bekommt. Dann haben wir nichts gewonnen.“ Kontra gab Martin Fink, der sich überzeugt gab, dass Aldi nicht nach Gauting kommt. „Wir hätten einem Riesen Gewerbegebiet Tür und Tor geöffnet, wenn wir der Ansiedlung zugestimmt hätten.“ Richard Schlammerl berichtete von einem Treffen vor zwei Wochen, bei dem Klöter von Aldi neue Pläne auf Gautinger Flur vorgestellt hat. „Es wird sehr schwierig für Gauting werden“, stimmte er Fink zu. Von neuen Plänen habe er noch nichts gehört, räumte Landrat Karl Roth ein. „Wichtig ist aber, dass sie den betroffenen Gemeinden schon gezeigt wurden.“ Der Landkreischef bescheinigte zudem der Gemeinde Gilching, dass sie durch ihre wirtschaftliche Denkweise mit dazu beitragen hat, dass der Landkreis nun an vierter Stelle aller 412 Landkreise in Deutschland steht. „Die Zukunftsaussichten sind super.“ Zu Vogls Stellvertreter wurden Stefan Neumaier und Harald Schwab gewählt. Schriftführer ist künftig Tobias Höpfl. Das Amt des Schatzmeisters blieb in den bewährten Händen von Gerhard Hess. 

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