Döner-Bude

Beliebtem Imbiss droht Abriss

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Inning – „Ich bin total enttäuscht. Jetzt verliere ich alles, habe mein ganzes Vermögen hier investiert“, sagt der Imbissbudenbetreiber Murat Baspinar. Vor vier Jahren übernahm der 43-Jährige mit seiner Frau den in Inning beliebten Imbiss Kale, steckte in den Ausbau viele Stunden Arbeit und viel Geld.

Der Imbissladen in Inning ist eine Institution und hier, so heißt es, gibt es die besten Döner weit und breit. So herrscht in der Herrschinger Straße 18 stets reges Treiben, und sogar die Polizei parkte dort schon ihr grünes Gefährt ein. Nicht als Ordnungshüter, sondern aus kulinarischen Gründen. Ordnung schaffen wollte allerdings am Dienstag der Gemeinderat und schmetterte den Bauantrag des Grundstückseigentümers ab. Für den Imbiss-Inhaber bedeutet das: Abriss. Wäre der Betreiber dabei geblieben, das schnelle Essen für Zwischendurch wie vor rund 20 Jahren über die Theke ihres mobilen Wagens zu reichen, wäre es wohl nie soweit gekommen. Der ist nämlich laut Bürgermeister Walter Bleimaier nicht genehmigungspflichtig. Eines schönen Tages aber verschwand jener und wurde durch zwei Container ersetzt. Erst bekamen die Wohnräume eine etwas schlampig gestrichene Holzverschalung und später ein ordentlicheres Outfit. Unterdessen gibt es neben dem Leibgericht auch Hamburger, Hendel, Pommes und sogar eine Tasse Kaffee. „Ein Schandfleck“, waren sich die Räte einig. „Damit hat er das Maß überschritten“, fand nicht nur Bleimaier. Einen Bauantrag hatte nämlich die Gemeinde bis zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen. Es sollte mehr als ein Jahr dauern, bevor die Planung dem Gemeinderat vorlag. „Vor einem Jahr hieß es, der Bau sei einen Quadratmeter zu groß. Dann habe ich ihn zurückgebaut“, versteht Baspinar nicht. „Grund für das entschlossene Nein der Räte war aber nicht der Innenausbau, sondern die Stellplätze, die die Bude jetzt belegt. In den Plänen ist einer in den Augen der Ratsrunde zu nah an die angrenzende Garage verlegt worden. „Die Garagen sind an einen Arzt und einen Fußbodenleger als Lager vermietet“, wusste der Rathauschef. Durch eventuell davorstehende Fahrzeuge hätten diese damit erschwerten Zugang zu ihrer Ware. Vize-Bürgermeisterin Monika Schüßler-Kafka hatte ein grundsätzliches Problem mit der Esskultur, die mit dem Imbiss Einzug nahm. Und kritisierte, dass „jede andere Gastwirtschaft X-Mal geprüft wird“, was hier ja nicht der Fall sei. Werner Huttner (CSU) verwies auf eine weitere Ungerechtigkeit: „Bei jedem anderen, wird bei jeder Abweichung sofort der Bau eingestellt.“ Auf jeden Fall dumm für den Imbissbetreiber ist das einstimmige Nein. Schließlich bedeutet das den Abriss. Allerdings ist der Vollzug nicht Sache der Gemeinde, sondern des Landratsamts. Und das Landrats- amt, ließ Bleimaier ganz nebenbei fallen, könnte den Imbiss genehmigen. Übrigens: Der Fast Food, der seit kurzem beim EDEKA auf Grünfläche steht, ist ihm auch ein Dorn im Auge.mk

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