Imker

Noch Mitstreiter gesucht

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Gauting – Im Gautinger Öko & Fair Umweltzentrum haben sich vor etwa einem Jahr einige Bienenfreunde, Permakulturisten und Imker zu einer „Solidarischen Imkerei“ (Solims) im Würmtal zusammengeschlossen. Die mittlerweile neun Teilnehmer um Imkerin Claudia Kraft konnten nun ein erstes Resümee ziehen.

So wurde Anfang vergangenen Jahres das gesamte notwendige Material beschafft: Beuten (Bienenstöcke), Schutzkleidung und Werkzeug. Die Beuten wurden vorab gestrichen, im Bienengarten horizontal aufgestellt und zur Sonne ausgerichtet. Dann bekamen die Neu-Imker Anfang April ein wunderbares Geschenk: fünf vitale Bienenvölker von einer sich verkleinernden Imkerei in Oberfranken. Der denkbar beste Anfang, den sich die Gruppe vorstellen konnte. Die Bienen fanden noch am Tag ihres Umzugs nach Oberbayern eine blühende Gartenumgebung im Würmtal vor. Nach wenigen Stunden waren sie orientiert und gingen in den blühenden Kirschbäumen zur Arbeit über. „Es war eine Freude zuzusehen wie sie zu zigtausenden ausschwärmten um Nektar und Pollen zu sammeln um ihre zahlreiche Brut aufzuziehen“, so Karl Heinz Jobst bei einem Pressegespräch. „Leider gingen im Juni zwei Bienenschwärme verloren, die unerreichbar hoch in den Bäumen hingen und irgendwann auf Nimmerwiedersehen verschwanden.“ Die zurückgebliebenen Bienen hätten den Aderlass jedoch sehr schnell wieder kompensiert. Dann kam die Honigernte im Juli. Rund 50 Kilo Honig wurden insgesamt geschleudert, aber noch genügend für die weitere Entwicklung der Völker in den Honigwaben belassen. Das erklärte Ziel der Solims ist nämlich nicht, möglichst viel Honig zu ernten, sondern den Bienen Lebensraum zu geben und so einen kleinen Beitrag zum Fortbestand und zur Vielfalt der Natur zu leisten. Denn die industrielle Landwirtschaft entziehe sich permanent selbst ihre Grundlagen und trage in Riesenschritten zur Verarmung der Tier- und Pflanzenwelt bei. Die Imker hoffen noch immer vergebens darauf, dass sich die Einsicht durchsetzt, keine Chemikalien und keine Agrogentechnik mehr freizusetzen, sondern ausschließlich zur naturnahen und nachhaltigen Nutzung des Bodens zurückzukehren. Bis es so weit ist, werden die solidarischen Imker alles erdenklich tun, um den Bienen Hilfestellung bei ihrem Überlebenskampf zu geben. „Wir haben zwar schon viel gelernt, aber uns ist auch klar, dass wir noch viel mehr Bienenwissen brauchen. Wir gärtnern inzwischen vor allem im Interesse unserer Bienen, denn mit deren Hilfe haben wir auch eine gute Ernte an Obst und Gemüse für uns selbst“, so Initiatorin Christiane Lüst. „Im Garten haben wir im Herbst weitere Obstbäume, Büsche und Stauden gepflanzt, Blumen gesät und alte mit Efeu überwucherte Bäume erhalten, die den Bienen möglichst ganzjährig als nahe Weide dienen.“ Wichtig sei auch, das Wissen um die Bienen weiterzugeben an Interessierte oder Neueinsteiger. „Bienenwissen heißt auch, die Warnungen der Natur zu verstehen und möglichst früh Taten entgegenzusetzen.“ Am Samstag, 11., von 10 bis 18 Uhr und Sonntag, 12. Februar, von 10 bis 13 Uhr bietet Demeter-Imkerin Claudia Kraft wieder ein Grundlagenseminar an für alle Interessierten an der Imkerei, aber auch für diejenigen, die eventuel dauerhaft in der solidarischen Imkerei Würmtal mitmachen wollen. Denn es können noch einige Teilnehmer aufgenommen werden. Details zum Seminarprogramm: www.imkerei.oeko-und-fair.de/events/event/imkerkurs. Anmeldung unter der Telefonnummer 089/89311054. sb

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