Immer da für Mütter und ihre Kinder

Diskussionen, in welchem Alter man in Rente gehen soll, kennt Professor Theodor Hellbrügge für sich nicht. Bis vor kurzem fuhr der Inninger noch täglich mit dem Auto ins Kinderzentrum nach München, um sich um die Theodor-Hellbrügge-Stiftung zu kümmern. „Jetzt hat es mir meine Tochter verboten“, sagt der 90-Jährige. Weshalb er nur noch zweimal die Woche an seinem Münchner Schreibtisch sitzt. Anträge gilt es zu unterschreiben, Glückwünsche entgegen zu nehmen, Dankesschreiben und weltweite Anfragen zu beantworten sowie wertvolle Anregungen zu geben. Die vorliegende Unterschriftenmappe ist voll.

Im Jahre 1991 rief der international anerkannte Kinderarzt mit 20 Ehrendoktorwürden und mehr als 40 internationale Auszeichnungen die Theodor-Hellbrügge-Stiftung ins Leben. Dadurch soll möglichst vielen Kindern weltweit das oft traurige Schicksal eines lebenslang behinderten Menschen so weit als möglich erspart bleiben. Diesem Ziel dienen Programme von Frühdiagnostik, Frühtherapie und früher sozialer Eingliederung in Familie, Kindergarten und Schule. Das Therapiekonzept hat Hellbrügge wissenschaftlich erarbeitet und zu einem Spezialgebiet der Kinderheilkunde unter dem Begriff „sozialpädiatrische Entwicklungs-Rehabilitation“ zusammengefasst. „Unsere neuesten Projekte sind die Errichtung des Stiftungslehrstuhls für Sozialpädiatrie an der Technischen Universität München und die Unterstützung des Aufbaus des Kinderzentrums auf dem Campus des Schwabinger Krankenhauses“, erklärt Hellbrügge. Des Weiteren sind Projekte in der Ukraine, in Albanien, in Polen und in Südkorea geplant. Wobei es we-niger darum geht, moderne Gebäude einzurichten. „Unser Ziel ist es, geeignetes Personal für künftige Zentren auszubilden und vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die Räumlichkeiten selbst spielen da weniger eine Rolle. Hilfe ist auch in der kleinsten Hütte möglich.“ In seiner Freizeit genießt der rüstige Westfale die Nähe zum Wörthsee und die Natur im Inninger Ortsteil Bachern. Von dort aus bleibt er täglich rund um den Globus mit Mitarbeitern und Freunden in Verbindung. Außerdem liest er viel, kümmert sich darum, dass ein Natur belassener Seeweg nicht geteert wird und um seine große Familie. Immerhin hat er sechs Kinder, 14 Enkel und elf Urenkel. Sein Schlusssatz: „Die einen halten mich für einen Pädagogen, die anderen für einen Kinderarzt. Ich bin alles und immer für alle Mütter und ihre Kinder da. Die Mütter sind die Kulturträger unseres Landes.“

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