Für immobile Patienten

Mit dem Projekt „Flying Dentists“ haben künftig auch alle immobile Bewohner in Gräfelfings Pflegeeinrichtungen die Chance auf regelmäßige zahnärztliche Versorgung und Prophylaxe. Foto: Archiv

Seit dem 1. Juli steht das Team der „Flying Dentists“ allen Alten- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis Starnberg und Würmtal einschließlich Lochham und Neuried zur Verfügung. Versorgt werden immobile Patienten, die keine Zahnarztpraxis mehr aufsuchen können oder keinen Zahnarzt haben. Die „Flying Dentists“ werden bis zu dreimal jährlich die Bewohner aufsuchen. Nach und nach werden interessierte Bewohner an ein bis zwei Nachmittagen im Monat von den Zahnärzten regelmäßig versorgt.

„Gerade die Prophylaxe und nicht nur die Versorgung in Notfällen, ist die Lücke, die wir jetzt versorgungsmäßig abdecken wollen“, so Initiatorin Christiane Lüst, Sozialpädagogin vom Gautinger Forum zur Verbesserung der Situation Pflegebedürftiger in Gauting. Über 80 Prozent der immobilen Patienten in Heimen leiden laut einer Münchner Umfrage unter schlimmen Folgen fehlender Mundhygiene. Zahnschmerzen sind schrecklich und führen gerade bei immobilen, pflegebedürftigen Menschen oft dazu, dass sie gar nichts mehr essen. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass  Menschen bei mangelhafter Mundhygiene dreimal häufiger von Herzinfarkt und Schlaganfall bedroht sind. „Das wollen wir jetzt auch im Landkreis Starnberg und dem Würmtal ändern.“ Das Münchner Pilotprojekt der Fliegenden Zahnärzte, angeleiert von dem Münchner Pflegestammtisch sei mittlerweile aus den dortigen Häusern nicht mehr wegzudenken, so Lüst. „Damit zeigen wir auch, dass mit unser aller Einsatz Pflegemissstände reduziert werden können und wir nicht immer auf die Politik warten müssen.“ Das Büro der „Flying Dentists“ ist montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 089/89311054 erreichbar. Für Notfälle ist das Telefon zudem von 12 bis 17 Uhr besetzt, danach können Nachrichten auf einem Anrufbeantworter hinterlassen werden. Die Einsätze werden von der Gautinger Zentrale aus geplant und koordiniert. Für das Projekt wurde ein Fahrzeug und eine gemeinsame für alle betreuenden Zahnärzten zur Verfügung stehende mobile Praxiseinheit bereitgestellt. Bei Ihren Einsätzen werden die Zahnärzte von einer zahnärztlichen Fachkraft begleitet. Zur Optimierung der Versorgung vor Ort sind gemeinsame Fachaustausche geplant. In diesem Rahmen wird es auch einen Austausch geben, was für Fortbildungen des Heim-Personals sinnvoll sind, um die Mundhygiene vor Ort zu optimieren. Durch die Reduzierung der Transporte und Notfälle aufgrund regelmäßiger Prophylaxe-Besuche wird den Bewohnern viel Schmerz, Stress und Aufregung erspart. „Das entlastet vor allem auch das Pflegepersonal“, betonte Lüst, ganz zu schweigen von der Kosteneinsparung. „Durch die Trägerschaft unseres Vereins kann notwendiges Material und Ausrüstung für diese Spezialeinsätze in den Einrichtungen schnell und unkompliziert allen Zahnärzten und damit auch allen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden.“ Eine Stiftung sowie ein Freundeskreis „Flying Dentists“ ist darüber hinaus geplant.

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