Zum Wohle der Natur

Info-Schilder für den Breitbrunner Königsberg

Breitbrunn Info-Schilder
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Neue Schilder sollen die Spaziergänger auf die sensible Natur am Königsberg aufmerksam machen: Schlageter Lea (vom Landratsamt, von links), Hermann Sontheim und Josef Mörtl (vom Bauhof Herrsching), Max Zickler (vom Landratsamt), Thomas Jäger und Sohn Maximilian (verantwortlicher Landwirt für die Wiese am Königsberg), Jochen Purzer (Anwohner und Naturschutzwächter), Gertraud Köhl (Grüne), Heidi Körner (Vorsitzenden Gartenbauverein Breitbrunn) und Johann Kaindl.

Breitbrunn -  Wer derzeit den Breitbrunner Königsberg besteigen möchte, hat die Wahl zwischen fünf Wegen - vier davon sind Trampelpfade, wovon drei im Pandemie-Jahr entstanden sind. Offiziell begehbar sind lediglich der sogenannte Kaindlweg und der offizielle Kiesweg, der Rest läuft unter der Rubrik „Tummelplatz Wiese“, wie Heidi Körner das geschützte Areal nennt. Gemeinsam mit neun anderen Teilnehmern bestieg die Vorsitzende vom Gartenbauverein Breitbrunn an dem vor Ort Termin am vergangenen Mittwoch den Moränenhügel. Dabei diskutierte die Gruppe, wo Josef Mörtl und Hermann Sontheim vom Bauhof die fünf Informationsschilder in den Boden rammen sollten.  

 „Liebe Bürger/-innen, das Betreten dieser Fläche ist vom 15.03. bis zum 15.08. nicht erlaubt!“, steht darauf geschrieben. „Bitte nutzen Sie immer den ausgebauten Weg“, heißt es – und liefert die Erklärung zum Warum. Von einer „artenreichen Mähwiese“ mit „besonderen Pflanzenarten“ ist die Rede, darunter Wiesen-Bocksbart und -Flockenblumen, echte Schlüsselblumen oder Zittergras. In der Magerwiese lebten auch zwei Schmetterlingsarten, der himmelblaue Bläuling oder der Schwalbenschwanz – und diese würden von freilaufenden Hunden gejagt, während die Menschen kreuz und quer durch die Blühwiese spazierten, radeln oder sogar motorisiert fahren.

Landwirt Thomas Jäger aus Rausch bewirtschaftet das Areal, mäht ein Mal im Jahr und verzichtet auf Dünger. Der Hundekot ärgert den Herrschinger. „Dann kann ich die Mahd wegwerfen“, sagte er. Die Grünengemeinderätin Gertraud Köhl lebt auch in Breitbrunn und gehört zu denjenigen, die die Ausflügler regelmäßig ansprechen. „Wir führen viele Gespräche und die meisten sind wirklich einsichtig“, betonte Körner. Auch die Hundebesitzer, die im Corona-Jahr enorm zugenommen haben. Ihnen hat man den Trampelpfad am Fuß des Berges als Spazierstrecke erlaubt. „Allerdings sollten die Tiere angeleint sein, was oft nicht der Fall ist“, wusste Körner. Die Hunde tobten durch das hohe Gras, jagten die Vögel, wühlten in der Erde und hinterließen ihre Ausscheidungen. Auch Pferde sichtete die Breitbrunnerin regelmäßig, sozusagen ein echtes Trampeltier, bedenkt man das Gewicht, das sich über die Hufen in den Boden gräbt. Der Qadfahrer, der die Wiese als Rennstrecke für sich entdeckt hat und dessen Spuren „sechs Wochen lang sichtbar sind“, habe eine Anzeige am Hals, so Körner.

Die vier Schilder sind am Schotterweg beim Schuppen im Tal des Jaudesbergs angebracht, ein weiteres an der alten Eisenschranke und eines bei der Europakapelle und noch eines am „Berggipfel“ am Waldrand. Das vierte Schild steht zwei Meter vom Kaindlweg entfernt – neben dem offiziellen Trampelpfad, den der 90-jährige Johann Kaindl zwei Mal täglich geht, um an der Kapelle über die grüne Wiese den Blick über die blühenden Flächen auf den See und in die Berge zu genießen.

 Michèle Kirner

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