Inning und Buch

Zwang oder gute Gründe?

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Inning – „Zwangsheirat, Liebesheirat oder einfach Notwendigkeit?“ – das achte Jahresheft der Inninger Geschichtsblätter befasst sich mit der Gemeindezusammenlegung von Inning und Buch vor 40 Jahren.

Dabei wird der Frage nachgegangen, ob nach mehr als 150-Jähriger Selbständigkeit der Gemeinden Buch und Inning die Fusion eher als Zwangsehe einzustufen ist oder ob es gute Gründe und vielleicht sogar spontane Zuneigung für diese Entscheidung gab, so dass man sogar von einer Liebesheirat sprechen könnte. Seit dem 1. Januar 1975 bilden Inning und Buch die Großgemeinde Inning am Ammersee. Im ersten Teil des 86 Seiten dicken Büchleins gehen die Autoren Jutta Göbber, Edeltraud und Horst Schramm vom Verein Heimatgeschichte Inning auf die historischen Verbindungen zwischen Buch und Inning ein. Während sich Buch um 1970 herum in Werbeanzeigen hauptsächlich als Urlaubsort für Erholungssuchende anpreist, wirbt Inning darüber hinaus mit seiner interessanten historischen Vergangenheit, der verkehrsgünstigen Lage und seiner wirtschaftlichen Kraft. Beide sind stolz auf ihre Lage an den Seen und versuchen sich für mögliche Besucher dementsprechend in Szene zu setzen. Das Bildungswerk der Deutschen Bundespost versuchte beispielsweise Gäste für einen Aufenthalt im Posterholungsheim, genauer gesagt im Erholungsheim für bayerische Beamtinnen, anzulocken: „… Die Gemeinde Buch liegt abseits vom großen Touristenstrom am Ostrand des Ammersees. Die waldreiche Umgebung bietet Gelegenheit zu Spaziergängen und Wanderungen. Der schöne Badestrand und das kaum verunreinigte Wasser des Ammersees der Güteklasse I-II schaffen ideale Bademöglichkeiten. 556 m ü. M. Voralpenklima. Für Herzkranke ist eine Rücksprache mit dem Hausarzt empfehlenswert…“. Die Gemeinde Inning wiederum warb zur gleichen Zeit mit: „…Die verkehrsgünstige Lage an der Bundesstraße 12 München-Landsberg, die zur Autobahn ausgebaut werden soll, und die zahlreichen Bademöglichkeiten am Ammersee … Eine wirtschaftliche Rolle spielen auch die Landwirtschaft und das Handwerk. Wie so viele Orte im Landkreis Starnberg gehört auch Inning zu den frühen bajuwarischen Ansiedlungen…“. Als Zeitzeugen kommen Johann Bader, Bruno Dietz, Elfriede Dondl, Johann Feistle, Marianne Gieseler, Rosa und Otto Hanke, Katharina Hartmann, Patric Jardin, Alain Kellner, Josef Pflügl, Viktor Rothe und Jakob Schrafstetter zu Wort. Für die fachliche Beratung zeichnet Robert Volkmann verantwortlich. Das Buch ist im örtlichen Buchhandel beziehungsweise direkt beim Verein Heimgeschichte zum Preis von 10 Euro erhältlich. pop

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