Inning: Kajak als ehelicher Zankapfel

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Inning – Eheliche Zwistigkeiten haben offenbar dazu geführt, dass ein 53-jähriger Diplombetriebswirt aus Inning von seiner Frau wegen Diebstahls angezeigt wurde.

Der seit November 2016 getrennt und in mittlerweile in Scheidung lebende Mann hatte ein Kajak aus dem gemeinsamen Hausstand für knapp 700 Euro bei Ebay versteigert – die Hälfte des Erlöses sollte eigentlich der gemeinsame Sohn in bar an die Mutter übergeben, doch das klappte nicht, wie der nunmehr des Diebstahls bezichtigte vor Gericht erzählte: „Mein Sohn hat mir gemailt: Komm nicht nach Hause, die Mama zerlegt die Bude.“ Er habe den geschuldeten Betrag dann auf den monatlichen Unterhalt aufgeschlagen und überwiesen, so der Betriebswirt. „Es hat Sachbeschädigungen durch meine Frau gegeben und weitere entsprechende Drohungen, die für mich immer sehr real waren – mir war klar, dass sie ihre Drohung wahr macht, wenn ich das Kajak nicht kurzfristig sichere.“ Dem Mann hatte die Gattin zuvor unter anderem angedroht, ein hochwertiges Mountainbike mit Karbon-Rahmen zu „zersägen“ - auch dieses habe er noch „unzersägt retten“ können. Inzwischen ist ein Verfahren wegen Körperverletzung gegen die Noch-Ehefrau anhängig, ein von ihm erwirktes Kontaktverbot nach Gewaltschutzgesetz will er verlängern lassen, „weil sich nichts geändert hat“. Die Frau, eine 52-jährige Oberstudienrätin, sagte aus, man habe das Kajak „damals gemeinsam gekauft“. Anders als von ihrem Mann zuvor behauptet, habe sie es sehr wohl ebenfalls genutzt. „Mein Mann hat meine mehrtägige Abwesenheit genutzt, die Wohnung auszuräumen“, schilderte sie den Grund ihrer Strafanzeige. Sie habe sogar „einen Nervenzusammenbruch erlitten, als ich das gemeinsame Bankkonto gesehen hatte“. Über-raschen äußerte sie Amtsrichterin Brigitte Braun gegenüber jedoch, kein weiteres Interesse an einer Strafverfolgung mehr zu haben: „Wenn er die Hälfte der Miete zahlt, nehme ich die Anzeige zurück." Die Richterin erklärte, dass dass nicht gehe, „weil Diebstahl schon von Amts wegen verfolgt wird.“ Gleichwohl stellte sie das Verfahren gegen den nunmehr in München wohnenden Ehemann ein – auch einige dort erfolgte Diebstahlsanzeigen der Frau gegen ihn seien eingestellt worden, merkte dieser noch an. Im August wird dann gegen die Oberstudienrätin verhandelt – wegen Körperverletzung. mps

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