„Planen keine Auflösung“

Inninger Jazz-Pop-Chor stellt sich nach 30 Jahren neu auf

Inning Chor
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Chorwochenende mit den „Vocal Harmonists“, damals noch unter der Leitung von Peter Schuhmann.

inning -  Der gemischte Chor „Vocal Harmonists“ ist sozusagen eine Institution in der Inninger Musikschule. Gegründet hat ihn Peter Schuhmann 1985, vor zehn Jahren übernahm Alexandra Fischer (53) die rund 30 Sängerinnen und Sänger. Die Sängerin und Pianistin zieht sich jetzt als Chorleiterin zurück, woraufhin prompt das Gerücht umging, dass die „Vocal Harmonists“ sich auflösen. Michael Reiserer verneint das, denn eine Nachfolge aus eigenen Reihen stünde demnächst fest, verspricht Innings Musikschulleiter.

Die Nachfrage bei einigen langjährigen Chormitgliedern ergibt ein ähnliches Bild. „Ich habe mich vorsorglich abgemeldet“, sagt etwa Choristin der ersten Stunde Birgit Gerber. „Wir planen keine Auflösung“, versichert Reiserer. Vielmehr habe er vor, die Chorgemeinschaft unter der neuen Leitung neu aufzustellen. Mit alten und neuen Mitgliedern, betont er. Viele der Sängerinnen und Sänger sind schon sehr lange mit dabei – und es stellt sich heraus: Viele von ihnen haben schon oder werden demnächst kündigen. Darunter auch Robert und Edith Scheurich, die seit 1996 als Tenor beziehungsweise als Sopranistin in der Runde vertreten sind. Grünen-Gemeinderätin Marita Seefelder singt seit 1998 im Alt mit. Auch sie wird kündigen. Wie alle anderen unter Vorbehalt und unter dem Motto: „Mal schauen, wer den Chor leitet und wie er sich neu aufstellt“.

Chorleiterin Fischer gibt die Leitung ab, damit sie sich wieder verstärkt ihrer Karriere widmen kann, wie sie sagt. Eine Einsicht, zu der sie in dem Pandemiejahr gelangt sei. „Ich habe gesehen, wie schnell das Leben vorbei sein kann“, erzählt die Musikerin, die mit einem Schlagzeuger verheiratet ist. Einst tourte sie unter anderem mit einer Bluesband durch Deutschland. Nach der Geburt ihrer Tochter 2005 wollte sie mehr Zuhause sein. Da kam die Anfrage der Leitung des Jazz-Pop-Chors genau richtig. „Ali, das wäre doch was für Dich“, fand der mit ihr befreundete Musiklehrer Björn Kellerstrass. Und er sollte recht behalten.

Fischer betitelt die Chorleitung als „schöne Herausforderung“, schätzt die gut gelaunten, über die Jahre wunderbar aufeinander eingesungenen Choristen. Unzählige Stunden schrieb sie Chorsätze, die sie mit den Sängerinnen und Sängern einstudierte und im jährlichen Chorwochenende vertiefte. Alle zwei Jahre präsentierten die Vocal Harmonists Gelerntes in einem Konzert. Zuletzt 2019 im Inninger Spectacel mit einem „Best of“ aus 34 Jahren. Wie immer mit pfiffigen Choreografien, Ansprachen und wechselndem Outfit – und wie immer ohne Noten und auswendig. „Die Vocal Harmonists sind super fit und ich habe viel von ihnen gelernt“, erzählt Fischer, die sich jetzt wieder auf ihre eigenen Kompositionen konzentriert. Dazu gehört „Magst a Watschn“. Ein Lied, das seit kurzem mit der Band „The Woodsidejumpers“ auf Spotify zu hören ist.  

Wer die Vocal Harmonists wie übernimmt ist also noch offen. Gerber, Seefelder und das Ehepaar Scheurich behalten die Entwicklung genau im Auge – und schließen eine Rückkehr in den Chor nicht aus. Sie hoffen auf viele neue Gesichter in ihren Reihen, wenn an den Dienstagsproben wieder Chorgesang aus dem Klassenzimmer in der Grundschule nach draußen dringt. Anmeldungen sind unter der Webseite www. musikschule-inning.de möglich.

Wie geht‘s der Musikschule Inning während der Pandemie?

Alexandra Fischer bleibt der Musikschule auf jeden Fall als Lehrerin erhalten, sagt sie. Auch in Zukunft wird sie im Einzelunterricht Gesangs- und Klavierunterricht geben. Falls notwendig Online. Online proben derzeit die Ensembles, sagt Musikschulleiter Michael Reiserer. Mindestens 85 Prozent des Unterrichts sei in der Pandemie weitergegangen, meistens virtuell. Seit März sei der Einzelunterricht wieder unter Einhaltung der Hygienevorschriften und mit Maske in Präsenz gestartet. Und: „Wir planen Anfang Mai Online-Vorspiele.“ Man investiere gerade in eine Plattform, um den Unterricht per Computer zu perfektionieren. Das klappe ganz gut, sagt Reiserer – und betont: „Den Präsenzunterricht ersetzt das nicht, der bleibt für uns unglaublich wichtig.“

 Michèle Kirner

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