Neues aus dem Gemeinderat

Innings neue Ortsmitte in der Warteschlaufe

Inning Ortsmitte
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Eine neue Ortsmitte in Inning ist in Planung. Bis zur Umsetzung wird es wohl noch eine Weile dauern.

Inning -  Inning und seine Ortsmitte beschäftigt den Ort schon sehr, sehr lange – und das wird wohl noch eine Weile so bleiben. Denn die Pläne, die Architekt Professor Florian Burgstaller und Landschaftsplanerin Monika Treiber dem Gemeinderat in ihrer jüngsten Sitzung präsentierten, stehen auf wackeligen Beinen. Die Pläne allerdings hatten einen gewissen Charme: Sie beinhalteten den Wochenmarkt rund um den an die Pfarrgasse verlegten Maibaum und einen Fußweg entlang eines renaturierten Baches. Die Reaktionen auf den „Städtebaulichen Rahmenplan“ schwankten zwischen Applaus (Rainer Wörl/BIZ) und Bedenken bezüglich nicht eingehaltener Abstandsflächen oder einer womöglich neun Meter hohen Fassade eines Neubaus.

Inning und seine Ortsmitte treibt wechselnde Ratsrunden schon seit mehreren Jahrzehnten um – und sie wird es wohl auch die kommenden 20 Jahre tun, prophezeite Bürgermeister Walter Bleimaier im Anschluss an die Sitzung dem Kreisbote Starnberg. Denn die Ideen der beiden Planer seien „lediglich Wünsche und Zukunftsmusik“, betonte er. Wie so oft hängt nämlich die Umsetzung an der Einwilligung mehrerer Eigentümer – und die steht derzeit in den Sternen.

Ein Baugesuch an der Walchstadter Straße 3 hatte die Planung ins Rollen gebracht. Sie sieht drei dreigeschossige Gebäude auf dem Grundstück vor, auf dem bislang nur ein Haus steht. Diese Planung soll das Areal im Osten der Ortsdurchfahrt in ein Paradies für Fußgänger verwandeln. Im Zentrum der Neugestaltung zwischen Walchstadter Straße und Pfarrgasse ist der Inninger Bach, den Landschaftsplanerin Treiber aus dem offenen Betonbett holen und teilweise mit Treppenstufen „erlebbar“ machen möchte. Ein Fußweg am Bachufer soll es Spaziergängern ermöglichen, „Gewerbe, Wohn- und soziale Gebäude abgewandt vom Verkehr zu erreichen“. Die drei Neubauten hat Planer Burgstaller nach Gesprächen mit dem Bauwerber entwickelt. Die Vision mit einer Holzfassade und Balkonen führte er am Dienstag vor.

Marita Seefelder (Grüne) überzeugte das nicht. „Wir haben keinen Einfluss auf die Gestaltung“, sagte sie skeptisch. Was, wenn der Eigentümer sich etwa für eine neun Meter hohe, weiße Fassade entscheidet? Burgstaller verwies auf den Bebauungsplan, den die Ratsrunde am Ende der Sitzung einstimmig auf den Weg brachte. „Sie können darin in weiten Teilen die Gliederung festlegen“, betonte der Architekt. Monika Schüßler-Kafka (Freie Wähler) stieß sich daran, dass ein Gebäude die Abstandsflächen nicht einhält. „Derzeit sind wir mit den Eigentümern im Gespräch“, sagte Bleimaier. Schließlich müssten diese den Grund für den Fußweg an die Gemeinde verkaufen.

Bessere Aussichten auf Umsetzung bestehen an der Pfarrgasse. Bereits vor ein paar Jahren entstand dort mit einem Brunnen und Sitzgelegenheiten bei der Eisdiele das Gefühl von einer kleinen Ortsmitte. Später kam gegenüber der Bereich dazu, in dem sich derzeit das Schreibwarengeschäft Schroeren und ein indisches Restaurant befinden. „Die Gemeinde hat das Vorkaufsrecht für das Gebäude“, sagte Bleimaier. Mehr aber nicht, denn an einen Verkauf denke die Eigentümerin noch nicht. Folglich sei man von Abriss und Neubau weit entfernt, versicherte er vorsorglich. Denn genau das zeigten die Zeichnungen des Architekten: Ein neues Gebäude, das von der Pfarrgasse zurückgesetzt ist. Davor steht der Maibaum, um den nach der Vorstellung Treibers auch der Wochenmarkt stattfinden könnte.

Die Betonung liegt auf „könnte“, denn bis zur Umsetzung fließt noch viel Wasser den Inninger Bach hinunter. Dennoch gingen die Gemeinderäte mit dem einstimmig gebilligten Rahmenplan einen ersten Schritt in Richtung einer neugestaltete Ortsmitte, der als Grundlage für den Bebauungsplan dienen soll.

 Michèle Kirner

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