Integrationspreis

Engagierte Pflegemama wird geehrt

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Inning – Integration wäre nicht ohne den ehrenamtlichen Einsatz vieler Menschen möglich.

Um dieses Engagement zu würdigen, lotet die Regierung von Oberbayern seit Jahren den Integrationspreis aus. 2013 geht er erstmals an eine Pflegemama aus dem Landkreis Starnberg. Vera Pein betreut seit gut 20 Jahren Kinder mit und ohne Migrationshintergrund. Durch den Integrationspreis werden in Bayern Initiativen ausgezeichnet, die sich in den Bereichen Wirtschaft, Soziales, Bildung, Kultur, Sport und Demographie für ein interkulturelles Miteinander verdient gemacht haben. Unter den Preisträgern finden sich unter anderem der Passionsspielleiter Christian Stückl aus Oberammergau (2011) und die Initiative „Offenes Haus – offenes Herz“ (2012) in München. Dass erstmals eine Pflegemutter diesen Preis erhält, freut Vera Pein aus Inning besonders. „Ich empfinde es als Anerkennung für alle Pflegemütter, die sich rundum die Uhr liebevoll um ihre Kinder kümmern, egal welche Handicaps sie mitbringen oder welcher Herkunft oder Religion sie sind“, sagt die 57-Jährige. Innerhalb von 21 Jahren hat sie 49 Kindern aus aller Welt ein liebevolles Zuhause gegeben. Ihr Leitsatz: „Ein deutsches Kind, ein afrikanisches Kind, ein türkisches Kind und ein Indianerkind drücken beim Spielen ihre Hände in Lehm. Nun geh’ und sag’, welche Hand von wem ist?!“ Derzeit fühlen sich im Hause Pein fünf Pflegekinder mit türkischen, palästinensischen, amerikanischen und deutschen Wurzeln wohl. Aber auch ihr einstiger Pflegesohn aus dem Kongo lebt bei ihr. Er ist zwar längst aus dem amtlichen Betreuungsnetz heraus gefallen, dennoch fühlt er sich bei seiner „weiße Mama“ und deren interkulturellen Rasselbande zu Hause. Alle sechs Wochen kommt außerdem die leibliche Mutter zu Besuch, dann wird zusammen afrikanisch gekocht. „Die Miteinbeziehung der Herkunftsfamilien war und ist mir eine Selbstverständlichkeit. Ganz im Gegenteil. Meine Kinder und ich nutzen jede Gelegenheit, in die jeweiligen Kulturen einzutauchen, so dass bereits die Kleinsten den Respekt vor anderen Nationalitäten vermittelt bekommen“, sagt Pein. Für die Jury bei der Verleihung des Integrationspreises hat deshalb auch kein Zweifel bestanden, so Marianne Stiehl von der Regierung von Oberbayern, dass Vera Pein diesen Preis erhalten solle. Die Verleihung ist im festlichen Rahmen im Januar geplant. Und was wünscht sich Vera Pein persönlich? „Leider wird die Arbeit von Pflegemüttern oder auch Pflegeeltern viel zu wenig anerkannt. Bei den Jugendämtern stehen wir oft als Bittsteller da und müssen um jeden einzelnen Euro Zuschuss kämpfen. Energie, die wir viel lieber in unsere Kinder stecken würden. Vielleicht trägt der Integrationspreis jetzt dazu bei, dass sich etwas ändert und der Beruf der Pflegemutter mehr Wert geschätzt wird.“ pop

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