Autorin Anja Janotta und Illustrator Stefan Leuchtenberg im Porträt

„Isar-Detektive“ im Einsatz - Kreativduo aus dem Landkreis präsentiert ersten Landtagskrimi

Autorin Weßling
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Kinderbuchautorin Anja Janotta hat den ersten Landtagskrimi Bayerns geschrieben. Die Figuren illustriert hat Stefan Leuchtenberg.

Weßling - Ein Auftrag aus dem Landtag: Kinderbuchautorin Anja Janotta traute ihren Augen kaum, als sie im Frühling die Mail las. Die hörte sich ungefähr so an: „Grüße Sie Frau Janotta, hätten Sie Lust, einen Jugendkrimi für den Bayerischen Landtag zu schreiben?“ Die 50-jährige Weßlingerin antwortete in Windeseile mit „Ja“. In Sperrschrift und mit gefühlt tausend Ausrufezeichen, sagt sie. Ähnlich erging es Illustrator Stefan Leuchtenberg (40), der in Herrsching und Hechendorf aufgewachsen ist und derzeit mit seiner Familie in Augsburg lebt. Der Auftrag: Die Kreativen sollten den Landtagskrimi „Isar-Detektive“ mit Leben füllen. Die Zusammenarbeit mit CSU-Landtags-Präsidentin Ilse Aigner war „erstaunlich unkompliziert und kreativ“, sind Leuchtenberg und Janotta sich einig.

Die Geschichte nahm nach besagter Mail im Kopf der Autorin Form an. Die Führung durch das Maximilianeum verlieh dem Inhalt weiter Farbe. Etwa die Katakomben, in die die Autorin ein verschollenes Gemälde hineinfantasierte. Ganz frei war sie freilich in der Geschichtenfindung nicht, sondern bekam ein Gerüst. Beispielsweise sollte ganz Bayern in seiner Vielfalt vorkommen. So entstand Metti aus Landshut, die eng mit den Geschwistern Elias und Flo befreundet ist. Der geforderte Hauptdarsteller mit Migrationshintergrund wurde Balu: Sohn einer indischen Mutter und des Landtags-Kochs. Die Kantine ist auch Dreh- und Angelpunkt der Story. Dort vertilgen die vier Isar-Detektive einen Berg Krapfen. Wie einst Journalistik Studentin Janotta nach der Besichtigung vom Maximilianeum. Später las sie in einer Pressemitteilung über mehrere angemeldete Feueralarme – und schon schrillte in ihren Zeilen ein falscher Feueralarm durch die Gemäuer, den Diebe zum Klauen eines Gemäldes nutzten.

Politische Bildung vermittelt unter anderem Protagonist Peter Gebhardt, Landtagsabgeordneter für den Stimmkreis Bamberg. Ob er die Gesetze mache, wollte Flo von ihm wissen. „So ungefähr. Nur macht das ein Abgeordneter ja nicht allein“, sagte Peter Gebhardt, der das t so fränkisch weich aussprach, dass es beinahe wie ein d klang: »Wir sind ja immerhin 205 Abgeordnede im Landdag, die die neuen Gesedze machen.“ Und schon weiß der werte Leser, wie viele Abgeordnete über unseren Gesetzen brüten. Ebenso Pflicht war die Studienstiftung, woraufhin Janotta Metti den Bruder Severin andichtete, der einen der begehrten Stiftungsplätze für besonders begabte Studierende ergattert hatte.

Beim Auflösen des Falls ist dem Kleeblatt der Mann von der Ostpforte behilflich – und prompt sprach der Pförtner die Autorin an. Er habe gehört, dass die Pförtner im Buch eine wichtige Rolle spielten und versprach, gleich mehrere Exemplare zu besorgen. Auf die auffälligen Vornamen der Haustiere angesprochen, grinst die Autorin verschmitzt. „Ich dachte, die streichen sie mir bestimmt.“ Max der Kater geht ja noch, aber Schildkröte Horst (Seehofer?), Hamster Günther (Beckstein?) oder Meerschweinchen Edmund (Stoiber?). Aigner habe im Gegenteil Selbstironie bewiesen und die prominenten Vornamen stehen lassen. Edmund ist übrigens ein Produkt Leuchtenbergs, des Enkels der Herrschinger Künstler Hans und Lisl Kreuz. „Die Szene habe ich extra für den Illustrator eingebaut, weil er beim Briefing-Gespräch so ein süßes Meerschweinchen gemalt hat, dass das unbedingt im Buch vorkommen musste.“ Die Landtagspräsidentin allerdings musste der Augsburger zwei Mal entwerfen. „Die erste war wohl zu altbacken“, vermutet er.

Der erste Wurf des Krimis kommt sichtlich gut an: Die 10.000 Exemplare sind fast vergriffen. Vielleicht wird daraus ja eine Serie, wurde Janotta gegenüber bereits angedeutet – die mit einem „Ja“ in Großbuchstaben und mit tausend Ausrufezeichen auf die Anfrage reagieren würde. Die Isar-Detektive „Falscher Alarm“ ist im Friedrich Oetinger Verlag erschienen und kostenlos. Bestellungen über www.bayern.landtag.de.

Michèle Kirner

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