Stadtrat Starnberg

Grünes Licht für den ISEK

Starnberg – Im dritten Anlauf hat es geklappt. Der Starnberger Stadtrat hat Montagabend einstimmig grünes Licht für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) gegeben. Im Oktober war das Thema wegen weiterem Beratungsbedarf in den Fraktionen zwei Mal vertagt worden.

ISEK ist Grundlage dafür, dass die Stadt Starnberg in den nächsten fünf Jahren für konkrete Maßnahmen Zuschüsse aus der Städtebauförderung erhalten kann. In der Liste der Projekte stehen sowohl bereits durchgeführte, noch im Bau befindliche als auch in Zukunft geplante Vorhaben. So gab es bereits staatliche Unterstützung für den Umbau im unteren Teil der Hanfelder Straße, die Rheinlandstraße wird damit gerade umgebaut und beim beabsichtigten Umbau des historischen Bahnhofsgebäudes am See könnten ebenfalls Zuschüsse in die Stadtkasse fließen. Dass die Stadträte im Oktober nicht gleich Ja sagen wollten, lag daran, dass sie befürchteten, dem Rathaus damit einen Blankoscheck auszustellen, alle Projekte umzusetzen, ohne dass die Politik noch ausreichend mitreden kann. Das hatten Stadtbaumeister Stephan Weinl und Bürgermeisterin Eva John ausdrücklich verneint. Sie wiesen darauf hin, dass es sich lediglich um bereits seit vielen Jahren gewünschte und in den früheren Bürgerwerkstätten erarbeitete Verbesserungen in der Stadt gehe, wie sie im Rahmenplan und Stadtentwicklungskonzept zusammengefasst dargestellt worden seien. Um fortbestehende Befürchtungen zu geringer Einflussnahme der Politik zu zerstreuen, nahm John in den Beschluss die Festlegung auf: „Über das Ob und Wie einzelner Maßnahmen befindet der Stadtrat und seine dafür zuständigen Gremien.“ Die Maßnahmenliste sei eine „unverbindliche Beschreibung von möglichen Projekten“, so John. „Ein Portfolio, aus dem sie auswählen können, was sie wann umsetzen wollen.“ Zudem werde dort genannt, wann bereits beschlossene Maßnahmen in Angriff genommen würden. Das Pflaster am Tutzinger-Hof-Platz solle zum Beispiel im zweiten Quartal 2017 so verändert werden, dass es auch von mobilitätseingeschränkten Menschen ohne Probleme begangen oder mit dem Rollstuhl befahren werden kann. Starnberg ist bereits seit einigen Jahren in das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen. Die Regierung von Oberbayern hatte empfohlen, als Grundlage das schon vorliegende Stadtentwicklungskonzept „Vision Starnberg 2025“ fortzuschreiben zum ISEK. Insbesondere bedeutet das, dass das Einzelhandelskonzept, das Konzept zum barrierefreien Umbau „Starnberg barrierefrei 2023“ sowie der Verkehrsentwicklungsplan, sobald er abgeschlossen ist, eingearbeitet werden. Ziel des ISEK ist die Stärkung des Stadtzentrums und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit für die Bevölkerung. Gültig sein soll ISEK für den Stadtkern, den umgebenden Übergangsbereich zu den Wohngebieten, das innerstädtische Seeufer, das Gebiet rund um den Bahnhof Nord und das Gewerbegebiet zwischen Gautinger Straße und Würm. Unter anderem soll es helfen, den öffentlichen Raum aufzuwerten, Kaufkraft in Starnberg zu binden und Leerstände bei Geschäften zu verhindern. Damit das gelingen kann, müsste außerdem das schon beschlossene Sanierungsgebiet Innenstadt entsprechend dem ISEK-Umgriff erweitert und das Umfeld des Bahnhofs Nord zum Stadtumbaugebiet erklärt werden. Das hat der Stadtrat jedoch vorerst vertagt, bis Experten von der Regierung von Oberbayern den Mitgliedern des Rates die rechtlichen Folgen einer solchen Festlegung erläutert haben. Die Erarbeitung des ISEK (Gesamtkosten 20.000 Euro) wurde vom Freistaat mit rund 11.000 Euro gefördert.  ib

Rubriklistenbild: © Berger

Auch interessant

Meistgelesen

Neuer Wassersporttrend für die Region
Neuer Wassersporttrend für die Region
Rückblick auf den Beginn des Eisenbahnzeitalters im westlichen Vierseenland
Rückblick auf den Beginn des Eisenbahnzeitalters im westlichen Vierseenland
Neue Koordinatorin für den Malteser Kinderhospizdienst
Neue Koordinatorin für den Malteser Kinderhospizdienst
Der Aubach soll wieder natürlich werden
Der Aubach soll wieder natürlich werden

Kommentare