Starnberger Randale als unrühmliches Beispiel

Jahresbilanz 2019 vorgestellt: Gewalt gegen Polizei nimmt zu

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Beleidigungen gegen Polizeibeamte standen auch im Jahr 2019 als Delikte hoch im Kurs, wie die aktuelle Jahresbilanz des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord zeigt. 

Landkreis – Nicht nur seit den Corona-Demonstrationen, die seit einigen Wochen deutschlandweit stattfinden, steigt die Gewaltbereitschaft gegen Polizeibeamte. Unrühmliches Beispiel war im Landkreis die Ausschreitung mehrerer Jugendlicher vor der Starnberger Polizeiinspektion im Sommer letzten Jahres. Nun hat das Polizeipräsidium Oberbayern Nord, dem die Starnberger Dienststelle unterstellt ist, eine kleine Jahresbilanz bezüglich dem Thema „Gewalt gegen Polizeibeamte“ gezogen.

Laut der Bilanz nahm die Gewalt gegen Polizisten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord im vergangenen Jahr deutlich zu und erreichte mit insgesamt 727 gemeldeten Fällen ihren Höchststand in der Jahresstatistik seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010.

Mehr verletzte Polizisten im Jahr 2019

Im Jahr 2019 wurden mehr Beamtinnen und Beamte (422 Fälle) in Ausübung ihres Dienstes angegriffen als noch im Jahr zuvor. Besorgniserregend ist hierbei auch der Anstieg der Zahl der Verletzten. Verzeichnete das Polizeipräsidium Oberbayern Nord im Jahr 2018 noch 203 verletzte Beamte, so waren es im Jahr 2019 insgesamt 298 Beamte.

Beleidigungen an der Tagesordnung

Glücklicherweise kam es im vergangenen Jahr zu keinen schweren Körperverletzungen oder gar Tötungsdelikten. Auch die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen stieg nur geringfügig an. Zugenommen haben allerdings Fälle des tätlichen Angriffs (+ 12 Fälle), der einfachen Körperverletzung (+ 24 Fälle) und die des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ohne Körperverletzung (+ 41 Fälle). Ein Drittel aller registrierten Fälle machten Beleidigungen aus.

Alkohol und Drogen als Motiv für Gewaltausbrüche

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 637 Tatverdächtige ermittelt. 86,8 Prozent davon waren Männer. Dabei standen fast zwei Drittel aller Tatverdächtigen (63,1 Prozent) bei ihrer Tatausübung unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Auffallend stark sind Heranwachsende (12,2 Prozent) repräsentiert, hinzu kommt die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen (9,7 Prozent).


Starnberger Randale als einmalige Stufe der Eskalation

Eine bislang einmalige Eskalation einer Einsatzlage ergab sich in Starnberg im Zusammenhang mit einer Schulabschlussfeier. Nach der Gewahrsamnahme eines stark alkoholisierten randalierenden Jugendlichen folgten rund 50 Jugendliche den Beamten zur benachbarten Polizeiinspektion. Vor der Wache versuchten sie diese zu stürmen und den Jugendlichen aus dem Gewahrsam zu befreien. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck ermittelte unter anderem wegen Landfriedensbruches. Die Staatsanwaltschaft München II erhob inzwischen Anklage.

Polizeipräsident Gietl: Zunehmende Gewaltbereitschaft gegen Beamte registriert

Aus Sicht des Polizeipräsidenten Günther Gietl belegt das aktuelle Lagebild die zunehmende Gewaltbereitschaft gegen Einsatzkräfte in Uniform. Betroffen von den Angriffen waren fast ausschließlich Beamtinnen und Beamte des Wach- und Streifendienstes. Über 60 Prozent der Angreifer stehen unter Drogen- und Alkoholeinfluss, wodurch die Hemmschwelle zum Übergriff ganz offensichtlich erheblich sinkt.

Von Kreisbote

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