Am Sonntag ausgezeichnet

Jean-Claude Mahé, Bürgermeister der Partnerstadt Dinard, ist neuer Ehrenbürger von Starnberg

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Beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Bürgermeisterin Eva John und Jean-Claude Mahé mit den Schülern Marie-Sophie Bauer, Arlinda Kajtazi, Leni Medl und Elisa Wagner sowie Angelika Galata und Dominique Ledez .

Starnberg – Der Bürgermeister der Starnberger Partnerstadt Dinard ist Träger der „Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem vereinten Europa“, seit rund 40 Jahren Mitglied im 1979 gegründeten Partnerschaftsverein „Les Amis de Starnberg“ und seit Sonntagabend auch Träger der Starnberger Ehrenbürgerwürde – die Rede ist von Jean-Claude Mahé.

Der Stadtrat Starnbergs hat am 18. Februar 2019 beschlossen, dem Bürgermeister Dinards diese Auszeichnung zu verleihen. „Es ist Ihnen, lieber Jean-Claude, mit zu verdanken, dass es den Schüleraustausch zwischen dem Starnberger Gymnasium und dem „Collège le Bocage“ gibt. Ganz gleich ob es heißt „Liberté, Égalité, Fraternité“ oder „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Sie leben diese Grundsätze“, sagte Eva John, Erste Bürgermeisterin der Stadt Starnberg, in ihrer Rede. Die Ehrenbürgerwürde freute den sympathischen Franzosen ganz besonders: „Vor knapp 40 Jahren setzte ich zum ersten Mal einen Fuß in dieses schöne Land Bayern. Ein Land mit kontrastvollen Facetten von München bis in die bayerischen Alpen, vieler Forschungsstätten, hoch entwickelter Techniken und im Herzen des Fünf-Seen-Landes die Stadt Starnberg. Jeder, der hierher kommt, findet einen gottgesegneten Ort vor.“ 

Emotionale Laudatio in zwei Sprachen

Da er, wie Angelika Galata, Vorsitzende der „Freunde von Dinard“, in ihrer Laudatio scherzte, auch nach 40 Jahren nicht „zu einem brillianten Sprecher der deutschen Sprache geworden ist“, ließ er Dominique Ledez, Vorsitzenden der „Les Amis de Starnberg“, die Rede ins Deutsche übersetzen. Die beiden Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine Galata und Ledez sind neben langjährigen Wegbegleitern auch gute Freunde des Bürgermeisters geworden und richteten am Sonntagabend eine emotionale Laudatio in zwei Sprachen an Mahé: „1979 wurde der Verein „Les Amis de Starnberg“ gegründet und sofort wurden Jean-Claude Mahé und seine Frau als Vorstandsmitglieder gewählt. Seit dieser Zeit sind sie nicht mehr aus dem Verein wegzudenken.“ Auch seine Tatkräftigkeit erwähnten die Vorsitzenden lobend: „Es ist auch nicht verwunderlich, wenn man den sportlichen Mann persönlich Kisten schleppen sieht.“ Auf seine Loyalität, sein offenes Ohr und seine Motivation ist stets verlass, so Galata. Auch bei Konfliktlösungen ist der Bürgermeister ein echter Profi: „Positiv in die Zukunft blickend treten Sie anderen offen und ohne Vorurteile gegenüber und finden so schnell alternative Lösungsansätze. Egal ob Deutsch oder Französisch, Sie haben immer ein nettes Wort.“ Galata sieht die Verleihung der Ehrenbürgerwürde „für 40-jähriges, ununterbrochenes Engagement im Zeichen eines geeinten, friedlichen Europas und der deutsch-französischen Freundschaft“ als längst überfällig. 

"Ein Mann des Herzens"

„Alle kennen ihn als Mann des Ausgleichs. Er ist aber auch ein Mann der Herzen – der Menschen und die Starnberger haben Glück, dass die untrennbar zu seiner großen Familie gehören.“ Die Städtepartnerschaft von Dinard und Starnberg besteht nun schon über 40 Jahre und jährlich haben einige Schüler die Möglichkeit für mehr als eine Woche in die französische Kultur einzutauchen, in einer Gastfamilie zu leben und ein paar Tage eine französische Schule zu besuchen. Um die aufkommenden Aufgaben einer solchen Städtepartnerschaft meistern zu können, wurden die beiden Vereine „Die Freunde von Dinard“ und „Les Amis de Starnberg“ gegründet. Seit 1977 gehen die beiden Städte gemeinsame Wege und symbolisieren die deutsch-französische Freundschaft sowie ein geeintes Europa. „Eine wichtige Konstante der Partnerschaft stellen dabei die Menschen dar, die in den Partnerschaftsvereinen den freundschaftlichen Gedanken über die Jahre intensiviert haben. Eine dieser Konstanten sind Sie, Jean-Claude Mahé. Mit Ihrer Dynamik haben Sie sowohl Menschen angesteckt als auch Projekte in Bewegung gebracht. Mit dieser ganz besonderen, persönlichen Stärke haben Sie viel Großartiges für unsere beiden Städte geleistet“, würdigte John den Elan und das Schaffen Mahés. Auch diese Rede wurde in zwei Sprachen gehalten, da die Schülerinnen des Gymnasium Starnbergs Marie-Sophie Bauer, Arlinda Kajtazi, Leni Medl und Elisa Wagner die Rede der Bürgermeisterin ins Französische übersetzt haben und vor über 100 Besuchern vorgetragen haben.

Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Starnberg

Jean-Claude Mahé hat die Städtepartnerschaft maßgeblich geprägt. Er selbst war als Lehrer und Schulleiter in Dinard sowie Präsident und Schatzmeister bei „Les Amis de Starnberg“ tätig. Die viel besuchte französische Woche und die Besuche des Lycée Hôtelier in Starnberg hat Mahé mitorganisiert. 2013 wurde ihm zusammen mit Galata die „Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem vereinten Europa“ von der Bayerischen Staatskanzlei verliehen. Seit Sonntagabend kann sich der Franzose nun auch Träger der Ehrenbürgerwürde Starnberg nennen. Der Abend wurde mit einer Tanzaufführung des Ballettzentrums Starnberg sowie Klavierstücken, vorgetragen von der Pianistin Lauriane Follonier von der Starnberger Musikschule, umrahmt. So, wie jeder Träger der Ehrenbürgerwürde, durfte sich auch Mahé in das Goldene Buch der Stadt Starnberg eintragen. Neben der Ehrenurkunde überreichte John das Geschenk: Ein Bild der drittplatzierten des Kunstpreises der Stadt Starnberg Uta Sasgen. 

Mahé blickte in seiner Rede melancholisch zurück aber auch positiv in die Zukunft: „40 Jahre später drehe ich beim Anschauen von Fotos die Zeit zurück. Dann denke ich, was ein Glück, dieses Abenteuer erlebt zu haben. Ein großes Dankeschön an die, die mich in diesen Jahren ein Stück weit zu einem Bayer gemacht haben. Meine Motivation ist größer denn je und ich habe große Hoffnung in unsere Jugend, die mobil macht, um sich einem großen Thema zu stellen: Der Zukunft unseres Planeten. Das sollte der Schwerpunkt des Austausches sein.“ Mit den Worten „Ich danke Ihnen von tiefstem Herzen, dass Sie mich zu Ihnen zählen und ich wünsche und allen die möglichst schönste Zukunft“ schloss Mahé seine Rede. Alle Anwesenden ließen die Veranstaltung bei einem gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen.

Von Lisa Livancic

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