Jahresempfang mit Joachim Gauck

Ort der Begegnung und Toleranz

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Tutzing – Hoher Besuch zum 70. Geburtstag der evangelischen Akademie Tutzing: In diesem Jahr konnte Akademiedirektor Udo Hahn das Staatsoberhaupt begrüßen, der persönlich seine Glückwünsche zum 70-jährigen Bestehen des Hauses überbrachte.

Einen Tag nach seiner letzten offiziellen Rede war Joachim Gauck von Berlin aus eingeflogen - begleitet von einem Tross von Sicherheitsbeamten. Anlässlich seines Besuches war das Tutzinger Schloss hermetisch abgeriegelt worden und so gut bewacht wie noch nie. Das Polizeiaufgebot war riesig - selbst vom See aus wurde gesichert. Vor den rund 400 geladenen Gästen aus Politik,Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Medien lobte Gauck in seiner Festrede die 1947 gegründete Akademie als „Haus der politischen und der kulturellen Bildung, ein Haus der Ideen und des offenen Meinungsaustausches“. Der Bundespräsident, der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt in Tutzing zu Gast war, hatte zwei Botschaften im Gepäck: „Unser Land bietet seinen Bürgern so große Lebens- und Entfaltungschancen wie nie zuvor in der deutschen Geschichte“ und „Qualitätsjournalismus ist wichtiger denn je“. Gauck mahnte einen kritischen Umgang mit Informationen aus dem Internet an,forderte eine verstärkte Erziehung zur Medienkompetenz und sprach sich für eine offenen Debattenkultur aus. „Die Evangelische Akademie in Tutzing kann in diesem Jahr auf ein besonderes Jubiläum zurückblicken. Seit 70 Jahren ist sie nun schon ein Ort der Begegnung, der Verständigung und Toleranz sowie der kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auf einem hohen Niveau“, würdigte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle die langjährigen Verdienste der Evangelischen Akademie im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck und Landesbischof Professor Heinrich Bedford-Strohm beim Jahresempfang vergangene Woche im Schloss Tutzing. Diese Institution bereichere die bayerische Kultur- und Bildungslandschaft seit ihrer Gründung im Jahr 1947 mit einer Vielzahl von hochkarätigen Veranstaltungen zu unterschiedlichsten Themen. Minister Spaenle nahm das Jubiläum zum Anlass, am Positivbeispiel der Geschichte der Evangelischen Akademie auf die Bedeutung einer demokratischen Diskussionskultur und deren Vermittlung einzugehen: „Die Evangelische Akademie lädt zum offenen Diskurs ein, ja fordert geradezu dazu auf. Sie steht für eine weltoffene Kirche im Geiste des gegenseitigen Respekts. Dabei ist ihre Arbeit interdisziplinär, interkulturell, international und ökumenisch, womit die Akademie gewissermaßen einen Kontrapunkt gegen die Erosion von Werten und Umgangsformen und vorschnelle und unreflektierte Urteile setzt.“ Das Jubiläum lud den Minister ein, in diesem Zusammenhang an die ebenfalls nunmehr 70-jährige Erfolgsgeschichte der Bayerischen Verfassung und die schwierige Zeit der Entstehung dieses Dokuments zu erinnern: „Am Anfang dieser Geschichte stand das ,Trümmerfeld‘, von dem in der Präambel der Bayerischen Verfassung die Rede ist. Heute können wir dankbar auf die Leistungen der vergangenen 70 Jahre zurückblicken, die auf der Grundlage der Bayerischen Verfassung erbracht wurden. Wir können feststellen: Der Freistaat Bayern hat nicht nur eine gute Verfassung, sondern ist auch in einer guten Verfassung.“ Die Vermittlung der für eine funktionierende Demokratie essentiellen Prinzipien an junge Menschen, wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, obliege den Schulen und Hochschulen, aber auch Institutionen wie der Evangelischen Akademie in Tutzing. „Der Freistaat Bayern hat sich den großen Herausforderungen der Bildungs- und Wissenschaftspolitik gestellt und dabei ein qualitativ hochwertiges, differenziertes und durchlässiges Schulsystem, eine vielfältige Hochschullandschaft und ein breit gefächertes Kunst- und Kulturangebot etabliert, das sich national wie international höchster Anerkennung erfreut“, stellte Spaenle fest. Die Akademien seien aus diesem Zusammenhang heute nicht wegzudenken. „Ich wünsche der Evangelischen Akademie auch künftig besten Erfolg in ihrer Bildungsarbeit. An ihrem 70. Geburtstag, den wir heute feiern dürfen, ist sie so aktiv und lebendig wie eh und je - nicht anders als der zweite Jubilar, unsere Bayerische Verfassung“, so Spaenle. sb/aj

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