Jugendliche aus vier Landkreisen musizieren bei 14. Orchesterfreizeit in Söcking

Pädagogische Wunderkräfte am Werk

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Hier wird geprobt und geübt: Es sind 52 Jugendlichen, die im Haus Freudenberg zusammenkommen.

Söcking – Wenn sich 52 Kinder und Jugendliche aus vier Landkreisen (Starnberg, Fürstenfeldbruck, Landsberg und Garmisch-Partenkirchen) mit ihren Geigen, Celli und Kontrabässen ans Werk machen, kommt dabei nicht nur mächtig bombastische Musik heraus, sondern auch ein Ferienerlebnis der Superlative.

Zum 14. Mal haben die Musiklehrer Julia und Marco Schröter (Violine) und Esther Beitelrock (Violoncello) ihre Schüler für vier Tage ins Haus Freudenberg in Söcking am Starnberger See eingeladen, um dort zu Beginn der Osterferien gemeinsam in verschiedenen Orchestern und Ensembles zu musizieren. Sechs bis acht Stunden täglich wird geprobt und in den Pausen im weitläufigen Park von Haus Freudenberg gespielt, gebastelt oder einfach in der Frühlingssonne gelegen und geratscht.

Die Eltern wären begeistert

Keiner fragt, warum er das Handy zu Hause lassen sollte, selbst die neuen Freizeitteilnehmer haben schon am ersten Abend Freunde gefunden, alle Jüngeren liegen um 21 Uhr im Bett und die Älteren sind leise in ihren Zimmern verschwunden, sogar die Obst- und Gemüseteller beim Essen sind innerhalb von Minuten geleert – das wünscht sich zu Hause doch so mache Mutter und mancher Vater. Welche Wunderkräfte da in Söcking immer wieder zu einem absolut gelungenen Start in die Ferien beitragen, bleibt allerdings noch zu erforschen. Einen wesentlichen Beitrag leistet auf alle Fälle das riesige Engagement der drei Musiklehrer. Julia Schröter schreibt die Orchesterstücke für das Fidel- orchester der jüngeren Musikschüler selbst oder bearbeitet die Werke bekannter Komponisten für die Coolharmoniker der fortgeschrittenen Streicher. 

Mit Humor ans Werk

Marco Schröter dirigiert das Ganze mit einer großen Portion Humor und ganz viel Vorstellungskraft. Da werden Töne zu Seifenblasen im Kopf, die dann ins rechte Ohr geschüttelt werden müssen oder Geigenbögen streichen sanft als ging es darum, weiche Butter auf einem Frühstücksbrötchen zu verteilen. Auch Esther Beitelrock bereitet sich mit den 14 Cellisten schon Monate vorher auf das Söckinger Orchesterprogramm vor und sorgte diesmal mit ihrem Celloensemble aus neun Cellisten für Gänsehautfeeling beim Publikum des Abschlusskonzerts im katholischen Pfarrzentrum Starnberg, das vollbesetzt war. Die jungen Musiker sind sich beim Abschied auch in diesem Jahr wieder einig: Wenn es nach ihnen ginge, könnte jede Ferien Orchesterfreizeit sein. Die nächsten beiden Jahre sind in Haus Freudenberg jedenfalls schon fest gebucht, denn wie es auf der Homepage des Hauses so schön heißt. Die Zurückhaltung in der Gestaltung der alten Villa schafft Raum für das Wesentliche: Den einzelnen Menschen, der sich in Haus Freudenberg bei sich fühlen kann. Der Zauber dieses einmaligen Rückzugsortes ist sicherlich ein wesentlicher Bestandteil des Erfolges dieses wunderbaren Orchesterprojekts für Kinder und Jugendliche. kb

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