Bis Juli etliche Varianten prüfen

Ein Kreisverkehr für Percha: Zu schön, um wahr zu werden, meint Ingenieur Till Burkhardt. Foto: Jaksch

Eine Lösung für die Verkehrssituation an der Kreuzung Berger Straße/Würmstraße in Percha gestaltet sich weiterhin schwierig: Auch aus dem CSU-Vorstoß, mit einem kleinen Kreisel die Staus während der Berufsverkehrszeiten zur Autobahn beziehungsweise abends in Richtung Berg in den Griff zu bekommen, wird nun wohl nichts. Wie Verkehrsplaner und Ingenieur Till Burkhardt im Bauausschuss erklärte,würde ein Mini-Kreisel die Situation nicht entspannen, sondern nur verschärfen. Sein Fazit: Ein Kreisverkehr an dieser Stelle ist einfach zu schön, um wahr zu sein.

Drei Punkte sind dafür laut seiner Untersuchungen verantwortlich: Da ist einmal das Sicherheitsproblem: Durch sein „kleines“ Format ist der Mini-Kreisel recht unscheinbar. Schwer erkennen kann ihn der Autofahrer außerdem, weil er kein Bauwerk ist, sondern flach auf der Straße liegt (damit Lkws und Busse noch über die Mitte fahren können). Folge: Fahrer würden ihn vor allem im Winter erst im letzten Moment wahrnehmen und seien verunsichert, was den Verkehr wohl kaum flüssiger mache. Zu guter letzt hat der Mini-Kreisverkehr aufgrund seines geringen Durchmessers auch ein Leistungsfähigkeitsproblem, sprich zu wenig Kapazitäten, um den Stau aufzulösen. Hinzu kommt mehr Lärmbelästigung für die Anwohner der beiden Straßen. Nach den allgemeinen Richtlinien sei er „nicht ganz Hasenrein“: „Wenn etwas passiert, würde es auf jeden Fall Ärger geben“, lautete das Fazit von Burkhardt. Aus der Sicht des Verkehrsplaners wäre es am wirkungsvollsten, entweder die provisorische Anschlussstelle an die Autobahn bei Höhenrain zu öffnen oder eine Ortsumfahrung von Percha im Norden mit einer neuen Anschlussstelle bei Buchhof zu schaffen. Beide Lösungen scheitern aber an dem Nein der Autobahndirektion, die keine zusätzlichen Anschlussstellen zulassen will beziehungsweise wurden diese Lösungen wegen des offensichtlichen und erheblichen Eingriffs in die Natur nicht weiter untersucht. Überhaupt gibt es wie WPS-Stadtrat Benno Gantner feststellte, inzwischen viele Lösungsansätze für die verkehrsgeplagten Perchaer: „Ich habe noch nie so viele Vorschläge gesehen, was man in Percha machen könnte oder auch nicht“, erklärte Gantner und wollte wie die CSU-Fraktionssprecherin Eva John alles erst einmal innerhalb der Fraktionen besprechen lassen. „Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass man doch etwas findet“, so Gantner. Diskutiert wurden im Laufe der Jahre unter anderem ein großer Kreisel mit Mittelinsel, der aber bisher scheiterte, weil man dafür erheblich Privatgrund für den Bau benötigt. Eine weitere Variante sieht vor: Auf der Autobahn Richtung Starnberg wird eine Linksabbiegespur mit Ampel eingerichtet, um nach Percha abbiegen zu können. Das wäre eine „pfiffige Lösung“- setzt aber die Umstufung der Autobahn voraus. Weitere Vorschläge waren noch, die Würmstraße abzuhängen (Grunderwerb notwendig) oder die Aufweitung der Kreuzung sowie die Einrichtung einer Rechtsabbiegespur aus der Würmstraße Richtung Berg (ebenfalls Grunderwerb von Privat notwendig) - und verschiedene Veränderungsvorschläge an der Autobahnauf- und abfahrt (setzt Abstufung der Autobahn an dieser Stelle voraus). Bis Juli wollen sich die Fraktionen nun noch einmal die unterschiedlichen Varianten zu Gemüte führen und nach Lösungen suchen.

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