Kalkulation für Wasseranschlüsse

Der Verwaltungsgerichtshof hat in punkto Herstellungskosten für Wasseranschlüsse in Gilching eine neue Kalkulation angeordnet. Dafür müssen Daten erfasst werden. Rund 700 Haus- und Grundstücksbesitzer werden demnächst Besuch erhalten.

  Etwa 700 Probanten haben dieser Tage einen Brief von der Gemeinde Gilching erhalten oder werden ihn demnächst noch erhalten. Darin bittet Bürgermeister Manfred Walter um die Teilnahme an der Erfassung repräsentativer Daten. Einige Bürger waren nun verunsichert und wollten wissen, inwieweit sie die Mitarbeiter des Fachbüros Bitterwolf ins Haus lassen müssen oder nicht. „Selbstverständlich ist die  Mitarbeit der Haus- und Grundstücksbesitzer auf freiwilliger Basis. Es sind auch keine Prüfer im eigentlichen Sinne unterwegs, sondern geschulte Fachkräfte, die versuchen, so genau als möglich Auskunft zu bekommen.“ Anlass dieser Maßnahme war ein Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht, den Rosemarie Brosig letztendlich gewonnen hat. Wie berichtet, hatte die Geisenbrunner Grundstücksbesitzerin die Gültigkeit der Herstellungssatzung für Wasseranschlüsse in Frage gestellt. Das Gericht gab ihr Recht und verdonnerte die Gemeinde Gilching dazu, eine neue Kalkulation anzustellen und eine neue Satzung auf den Weg zu bringen. Seither wurden auch keine Herstellungsbescheide für Neuanschlüsse mehr ausgegeben beziehungsweise vorerst auf Eis gelegt. Außerdem konnte Widerspruch für bereits bezahlte Herstellungsbeiträge eingelegt werden. Weshalb in der Kasse des Wasserwerks derzeit rund 1,5 Millionen Euro fehlen. „Um aber eine dem Gericht zufolge ordentliche Satzung zu erstellen, brauchen wir entsprechende Daten“, erklärt Walter. „Wer keine Auskunft geben will, gibt sie halt nicht. Wir haben ja keinen Hausdurchsuchungsbefehl.“ Aus all den eingegangen Daten wird dann ein Durchschnittswert für die Kalkulation hergenommen. Interessant für die Kalkulation sind unter anderem die Geschossfläche von ausgebauten Kellern, Dachgeschoßen, Wintergärten und sonstigen Wohnflächen. „Es findet auch bei niemanden eine Nachberechnung statt. Es geht lediglich um die Kalkulation für künftige Hausanschlüsse, für Hausanschlüsse die noch nicht abgerechnet sind und um Herstellungsbescheide, für die Widerspruch eingelegt wurde.“ Grundstücks- und Hausbesitzer erhalten laut Walter nach der Datenermittlung ein Aufmassblatt zur Überprüfung der Daten. Sollte es Unstimmigkeiten geben, können diese bei einem noch nicht fest gelegten Anhörungstermin im Rathaus erörtert werden. Walter bittet zudem, sich vor Einlass des Mitarbeiterteams der Firma Bitterwolf den Ausweis und ein Bestätigungsschreiben der Gemeinde Gilching zeigen zu lassen.

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