Kampf gegen die Vision

Die Schlagenhofener schlagen zurück. Erneut kündigten Bürger des rund 200-Seelen-Dorfes Widerstand gegen eine Umgehungsstraße des Erholungsgeländes Oberdorf an. „Ein Kampf, der seit 36 Jahren immer wieder neu aufgekocht wird“, sagt Robert Volkmann.

Mit seiner Vision einer Seefernern Trasse um das Freizeitgelände Oberndorf herum hat Innings Bürgermeister Werner Röslmair alte Wunden aufgerissen. Wie berichtet, soll etwa 800 Meter von der Staatsstraße 2070 entfernt eine neue Trasse Entlastung für das Verkehrschaos an schönen Sommertagen, an denen sich mehrere 1.000 Menschen am Wörthsee tummeln, bringen. „Wir haben da eine ganz andere Vision als der Bürgermeister“, sagte Hubert Vögele, Bürger von Schlagenhofen und Grünen-Gemeinderat. Er war, wie weitere rund 20 Schlagenhofener auf Einladung von Robert Volkmann und Andreas Drexl zu einem ersten Protesttreffen zusammen gekommen. Rückblickend erklärte Volkmann, dass man nun schon seit 36 Jahren gegen diesen „Straßenbauwahnsinn“ ankämpft. In jüngster Zeit allerdings sei es ruhiger um das Thema geworden, betonte Volkmann. „Nun kommt Röslmair mit seiner Vision. Mit uns wird es diese Trasse aber nicht geben. Es ist zumindest keiner bereit, Grund dafür abzutreten.“ Als Gründe für den Prostet werden unter anderem genannt, dass die neue Straße nur planeben gebaut werden könne und somit zur Rennstrecke wird. Außerdem rücke sie viel zu nahe an die Wohnbebauung heran. „Wir bekommen mehr Lärm und auch mehr Dreck. Außerdem wird viel landschaftlich wertvolle Fläche geopfert.“ Vögele merkte zudem an, dass durch eine neue Straße weder die Park- noch die Sicherheitsprobleme gelöst werden können. Er zeigte sich außerdem verärgert darüber, dass zu den Vorgesprächen, die laut Röslmair bereits mit den zuständen Behörden stattgefunden haben, kein Schlagenhofener Bürger eingeladen war. Dies soll nun nachgeholt werden. „Wir versuchen, den Leiter des Straßenbauamts Weilheim einzuladen, um ihm unsere Sichtweise der Dinge vorzutragen“, sagte Volkmann. Wobei er betonte, nicht grundsätzlich gegen Baumaßnahmen zu sein. „Zur Entlastung aber genügt es, die alte Straße bedarfsgerecht auszubauen und für mehr Parkplätze zu sorgen.“ Um dem Protest Nachdruck zu verleihen, wurden bereits 37 Unterschriften gesammelt. „Wenn es ernst wird, werden 90 Prozent der Schlagenhofener mitziehen“, ist Volkmann überzeugt. Das Thema soll im Juli auch im Gemeinderat gehandelt werden.

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