Kundgebung in Starnberg

Kampf um die Öffnung der Bayerischen Fitnessstudios im Landkreis Starnberg hat ein Ende: ab 8. Juni geht es wieder los

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Elke Hladik, Geschäftsführerin des Fitness Pur Starnberg, vor ihrem Fitnesspavillon auf dem Starnberger Kirchplatz.

Starnberg – „Die Fitnessstudios dürfen nicht öffnen und die Kunden können nicht kommen? Dann kommen wir eben zu ihnen!“, das dachte sich wohl Elke Hladik, Geschäftsführerin des Fitness Pur in Starnberg. Kurzerhand baute sie nach Absprache mit der Polizei und der Stadt ein kleines Fitnessstudio unter freiem Himmel auf.

Am Dienstagvormittag wurden sieben Trainingsgeräte auf dem Starnberger Kirchplatz aufgestellt. Von 10 bis 11 Uhr durften sich insgesamt 50 Menschen bei der „Kundgebungsveranstaltung für die Notwendigkeit der Öffnung von Fitnessstudios“ sportlich betätigen und selbst mal die Gewichte stemmen. Neben zehn Ordnungshütern - Mitglieder des Studios, die sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet haben – bewachten auch zwei Polizisten, ob alles unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln abläuft. Zahlreiche Zuschauer versammelten sich um den Pavillon und schauten sich das Fitnessequipment mal aus nächster Nähe an. Doch trotz der guten Atmosphäre hat das ganze einen ernsten Hintergrund: Inzwischen ist Bayern das einzige deutsche Bundesland, in dem die Fitnessstudios noch nicht öffnen dürfen und langsam werden die finanziellen Mittel knapp: „Wir könnten uns noch bis zum 15. Juni über Wasser halten und dann müssten wir Angestellte entlassen. Das wollen wir auf keinen Fall“, so die Geschäftsführerin. Bisher musste das Fitnesscenter nicht schließen, da die Hälfte der Mitglieder ihre Monatsbeiträge auch weiterhin bezahlt haben. „Aber lange kann es so nicht weiter gehen“, sagt Hladik.

„Ich sehe diese Kundgebungsveranstaltung als letztes Mittel, um auf uns aufmerksam zu machen“, berichtet die Geschäftsführerin. Neben Klagen des DSSV (Deutscher Sportstudio-Verband) habe auch Hladik schon Briefe an Jens Spahn und Markus Söder geschrieben, in denen sie ihre prekäre Lage schildert und ein gutes Hygienekonzept vorstellt: So könne das Fitness Pur eine Trainingsfläche von 14 Quadratmetern pro Person anbieten. In manchen Bundesländern (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen) ist sogar nur die Hälfte davon Vorschrift. Außerdem würde das Sportstudio nicht mehr als 30 Mitgliedern gleichzeitig Zutritt gewähren, regelmäßig gelüftet werden und den Wellnessbereich sowie die Duschen bis auf Weiteres geschlossen halten. Nach Angaben der Geschäftsführung sei auch genügend Desinfektionsmittel vorhanden, um alle Geräte nach Benutzung zu desinfizieren. Ob die Veranstaltung ihren Zweck erfüllte und ob auch Bayern seine Fitnessstudios bald wieder öffnet, werden die nächsten Tage zeigen. Elke Hladik hofft auf gute Neuigkeiten für ihr Gewerbe: „Wenn sich nichts ändert, müssen wir wohl nochmal so eine Veranstaltung machen. Aber ich hoffe, dass wir mit unserem Hygienekonzept bald wieder öffnen dürfen“. Hladik hat nun Grund zur Freude, Ministerpräsident Markus Söder hat heute Mittag bekannt gegeben, dass Fitness-Studios sowie Tanzschulen am dem 8. Juni wieder aufmachen dürfen. 

Von Lisa Livancic

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