Europäischer Green Deal braucht auch die Bauern vor Ort

Kaniber: Beim Klimaschutz kommt es auf die heimische Landwirtschaft an 

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„Klimaschutz funktioniert nur mit den Bauern“, sagte unlängst Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber bei einem Gespräch in Salzburg.

Region - Es ist eines der wohl ambitioniertesten Projekte, das sich die Europäische Kommission und deren Präsidentin Ursula von der Leyen unlängst vorgenommen haben. Die Rede ist vom sogenannten „Green Deal“, mit welchem erreicht werden soll, dass Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent überhaupt wird. Zur erfolgreichen Realisierung dieses Ziels wurden verschiedene Maßnahmen beschlossen. Doch ein bloßer Handlungskatalog reicht nicht aus, um den Wunsch eines klimaneutralen Europas zu verwirklichen. Es braucht dazu auch den Menschen, vor allem jene, die ihr tägliches Brot in der Landwirtschaft verdienen, wie Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber kürzlich bei einem Treffen in Österreich betonte.

„Klimaschutz funktioniert nur mit den Bauern, nicht gegen sie. Unsere Betriebe in Land- und Forstwirtschaft leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Die hohen Umweltstandards in Europa müssen allerdings auch bei Importen berücksichtigt werden. Wenn die importierten Produkte den gleichen Umwelt- und Klimastandards unterliegen, werden die bäuerliche Landwirtschaft und regionale Vermarktungsstrukturen in Europa nachhaltig gestärkt“, erklärte die Ministerin zu Wochenbeginn auf dem 16. Salzburger Europe Summit. Eine zwingende Voraussetzung des „Green Deals“, wie auch der biologischen Vielfalt sei daher ein wirksamer Außenschutz vor Umwelt- und Sozialdumping. Zudem forderte die Ministerin von der EU-Kommission bei der Umsetzung des Projektes die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte zu berücksichtigen. Beim Thema brauchen wir eine ehrliche und faire Diskussion“, sagte Kaniber. Auflagen für mehr Umwelt- und Klimaschutz dürften weder die Ernährungssouveränität noch die wirtschaftliche Zukunft der Bauernfamilien gefährden. Hier sei auch der Verbraucher gefordert: „Der Erfolg des Green Deals entscheidet sich nicht nur in Verhandlungsrunden in Brüssel oder gar in Talkshows, sondern auch an der Ladentheke“, mahnte Kaniber.

Die Corona-Pandemie habe den Menschen den hohen Wert der heimischen Erzeugung von Nahrungsmitteln vor Augen geführt. „Auch auf dem Höhepunkt der Krise, trotz massiver Einschränkungen der Handelsströme, hat die Land- und Ernährungswirtschaft unsere Bevölkerung zuverlässig mit hochwertigen Lebensmitteln versorgt“, betonte die bayerische Landwirtschaftsministerin im Rahmen des Salzburger Europe Summit. Das Vertrauen in die heimische Produktion, die Wertschätzung von Landwirten und ihrer Arbeit müsse verstetigt werden, forderte Kaniber ergänzend: „Bei allen Forderungen der Gesellschaft an die Landwirte darf nicht vergessen werden, was die Familienbetriebe tagtäglich für uns alle leisten“.

Von Kreisbote

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